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Das Schiff kommt, es kommt nicht - es kommt, es kommt nicht .......

Written on: Sunday October 25th, 2009

Dass wir einige Tage nichts auf diese Seite eingetragen haben, liegt weitgehend an die Ungewissheit unserer Lage. Es gibt nicht viel Neues zu berichten. Den Bericht unten schrieb ich (Kennert) gestern. Spaeter Gegenabend lasen wir in einer Zeitung, dass der Streik beim Hafen "Puerto Limon" in Costa Rica beendet sei und dass die Arbeiten wieder normal verliefen. Trotzdem wissen wir nicht wann die Heinrich Sibum auslaufen wird und ob sie es schafft, in den naechsten Tagen bis hier zu sein. Alles Fragen die wir nicht beantworten koennen. Wir machen uns auf jeden Fall darauf bereit, hier noch mehrere Tage zu sitzen. Unser Rueckflug schwebt mittlerweile beaengstigend nahe vor uns (am 9. November) und wir spielen widerwillig mit dem Gedanken, ihn um einige Tage hinauszuschieben. Uns bleibt da wohl keine Wahl, denn wenn wir das Auto auch noch diese kommende Woche erhalten, so schaffen wir es wohl nicht vor dem 9. bis Paraguay. 

Viel Vergnuegen beim Lesen. Wie schon gesagt, das unten Geschriebene sollte eigentlich gestern schon rein, aber unser Internetanschluss war zusammengebrochen. 

gruessend Kennert und Wilfried ....

Wir sitzen fest wegen Streik in Costa Rica Ein Glück, dass der Leser meine Gefühle nicht lesen kann. Es ist schon ?ne Weile her seit ich so am Boden bin. Mir ist nach heulen zumute, aber ich weiß, dass mir das nichts hilft. Es ist leer und man fühlt sich so nutzlos, so schwach und so ...... so völlig zwecklos und unbrauchbar. Falls ihr es noch nicht gemerkt habt, dann will ich euch hier und jetzt mal was verraten: Kennert Giesbrecht kann nicht gut warten! ☺ Und er mag es auch nicht, wenn seine Pläne so durcheinander gewirbelt werden, wie es jetzt der Fall ist.   

Ich hätte nie im Leben gedacht, dass mich ein Streik (?huelga') in Costa Rica so interessieren würde, wie es jetzt der Fall ist. Und vor allem auch deswegen, weil wir ja schon ohne Probleme durch Costa Rica hindurchgefahren sind. Und jetzt, wo wir in Kolumbien sitzen und auf unseren Jeep warten, wird Costa Rica plötzlich wieder wichtig für uns. Es ist nämlich so, dass es in Costa Rica einen landesweiten Streik gibt, an dem sich auch alle Hafenarbeiter beteiligen. Warum interessiert uns das? Ganz einfach! Das Schiff, auf dass unser Jeep von Panama nach Kolumbien gebracht werden sollte, sitzt dort fest und kann nicht aus dem Hafen. Und wie schon angedeutet, von Costa Rica muss er zuerst nach Panama segeln, dort die Ladung aufnehmen und dann weiter nach Cartagena (Kolumbien) segeln. Das Segeln alleine dauert in diesem Fall ein paar Tage und wenn man dann noch hinzurechnet wie lange es dauert die Ladungen aufzunehmen, dann kommt man schon leicht auf annähernd eine Woche. Also das ist was uns hier in Cartagena jetzt gebraten ist: warten!

 

Mittlerweile haben wir schon 8 Tage (heute ist Samstag, der 24. Oktober) zugebracht mit der Überfahrt. Was einem am meisten deprimiert ist die Hilflosigkeit und das Bewusstsein, dass man selber gar nichts tun kann. Ein anderes Ding was einem fast zum Verzweifeln bringt ist die Doppelzüngigkeit der Angestellten von Barwil, der Firma, mit der wir den Jeep mitschickten. Auf einer Stelle behaupten sie, dass das Schiff am Freitagmorgen den Hafen in Panama verlassen hat und Samstag Cartagena erreichen sollte. Auf einer anderen Stelle sagen sie, dass die Heinrich Sibum noch immer in Costa Rica im Hafen und dort wegen des Streiks festsitzt. Wen schenkt man Glauben? Dochwohl denjenigen, der uns am meisten verspricht!

 

Gestern (am 23.) gingen wir zu den Einrichtungen von King Ocean Services (dies sind hier die Vertreter von Barwil). Diese sagten uns klar und deutlich, dass das Schiff in Costa Rica festsitzt. Aber das eher komische daran war, dass sie sofort nach Geld fragten, als wir zur Tür reinkamen. Bevor sie so richtig begrüßten, wollten sie schon Zahlungen haben. Wir sollten 60 Dollar für etwas zahlen und und nochmal 200 Dollar für was anderes. Die zweite Summe sei nur eine Garantie und wir bekämen sie zurück, wenn der ganze Papierkram erst zuende war. ?Nur langsam jetzt", sagte ich. ?Jetzt wollen wir erst mal Informationen haben und Geld bekommt ihr nur dann von uns, wenn unser Auto hier ist. Außerdem haben wir alles auf jenem Ende bezahlt." Uns wurde nämlich in Panama gesagt, dass wir nur nochmal Geld beim Hafen zahlen müssten, sonst nirgends! Und das erste was sie jetzt tun, ist hier auch schon nach Geld fragen.

 

Wie verzwickt das ganze Netz der Fracht-Firmen ist, haben wir in den letzten Wochen erfahren. Eigenlich spielt es kaum eine Rolle mit wem man mitschickt, die scheinen alle verbunden zu sein. Wir haben offiziel mit Barwil mitgeschickt, aber wie wir jetzt selber auskundschafteten (im Internet) gehört das Schiff ?Heinrich Sibum' der Firma Seabord Marine, mit der wir den Jeep anfänglich sonst mitschicken wollten. Aber weil die erst am 26. Oktober ein Schiff hatten, entschloßen wir uns lieber mit Barwil mitschicken. Jetzt merken wir, dass das alles wohl ein Nest ist. Als wir mit dem Jeep bis zum Hafen in Panama waren, dann fanden wir nichts von Barwil, sondern nur noch Wilhelmsen Shipping. Hier in Cartagena ist von alledem nichts, sondern hier verhandeln wir mit ?King Ocean Services'. Also werde mal klug aus dem Ganzen. Ich sagte schon zu Wilfried, dies sei wohl alles absichtlich so gemacht, dass man letztendlich keinem die Schuld geben kann, wenn es sich verzögert. Und sie können leicht die Schuld auf den anderen schieben.

 

Während wir warten, versuchen wir uns die Langeweile so gut wie möglich zu vertreiben. Das ist jedoch schwierig, wenn der Mutspiegel nicht sehr hoch ist. Mehrere Male gingen wir schon im Meer schwimmen, andere Male bummelten wir in der Stadt herum und noch andere Male saßen wir einfach im Hotel und arbeiteten an der POST, schrieben Briefe an Familie oder Freunde oder ähnlichem – oder versuchten Artikel zu schreiben, die wie in diesem Fall, wohl wenig beinhalten.

 

Heute um die Mittagszeit wollten wir sonst umsiedeln: wir wollten in eine Jugendherberge ziehen, die sich YWAM (Jugend mit einer Mission) nennt. Diese hat weltweit Herbergen, wo Reisende übernachten können. Hier sind die Einrichtungen meistens einfach und billig, aber gut. Man kann dort essen und alles. Die Schlafzimmer sind meistens so, dass man sie auch mit anderen teilen muss, wenn noch mehr Reisende da sind. Wir hofften, dort Ruhe zu haben, sodass wir auch an der POST arbeiten können.

 

Aber als es erst soweit war dass wir eigentlich fahren sollten, stellten wir wieder ein. Ich denke, dies war ein weiteres Zeichen unserer Mutlosigkeit. Wir wollten schon nur noch auf einer Stelle bleiben und uns dort einnisten bis der Jeep kommt.

 

Jetzt sind wir also schon den vierten Tag hier in Cartagena, die letzte Tage und Nächte im Hotel Casa Andrea, im Stadtviertel Bocanegra, wo der Tourismus stark geprägt ist. Rings herum sind Hotels, Läden, Restaurants usw. Der Strand ist nur ein paar Hundert Meter entfernt. Bocanegra ist eine lange Landzunge, an beiden Seiten ist also offenes Meer. Wenn man sich dem Meer nähert, dann sieht es so aus, als ob das ganze Land tiefer liegt als das Meer selbst. Dies ist aber eine optische Täuschung sagt man. Allerdings ist das Land nur sehr tief gelegen, aber mit Überschwemmungen hat man hier keine Probleme, sagt man.

 

Die Stadt Cartegena de Indias ist eine historische Stadt und zählt heute etwa 1,2 Millionen Menschen. Den Namen hat sie daher, weil die Gründer zum größten Teil aus Cartegena, Spanien, kamen. Die Stadt besitzt hohe Mauern aus Steine und überall sieht man noch die Kanonen, welche die Stadt in vergangenen Jahrhunderten vor den Piraten und Räubern beschützten. Von hier aus wurde ein großer Teil des Goldes und Silbers von Amerika nach Spanien geschickt. Die Stadt wurde aus dem Grunde oft von Piraten überfallen und geplündert. Spanien baute daher immer größere Mauern um die Stadt und versuchte sie auf diese Weise zu schützen. Trotzdem kam es im 17. und 18. Jahrhundert mehrere Male vor, dass die Stadt verwüstet wurde. Die Piraten plünderten die Stadt und zerstörten viele Gebäude und wertvolle Denkmäler.

 

Heute ist Cartagena die größte Hafenstadt Kolumbiens und die drittgrößte im Karibischen Meer.

 In den nächsten Tagen werden wir wohl noch reichlich Zeit haben diese Stadt näher kennen zu lernen.

 

 

From Reinhold on Oct 25th, 2009

Ja,Ja wer will schon warten. Irgendwann wird euer Jeep doch noch mall kommen. Nehmt die Geduld die ihr schon verbraucht und bindet sie vorne an, und so koennt Ihr sie wieder verbrauchen und reicht dann weiter. Ja, wenn das moegliech waehre. Gott sei mit euch und schenke euch Kraft und Mut beim warten und beim weiterfahren. Dios con ustedes. Aus Winnipeg

From unknown on Oct 25th, 2009

Darf ich auch baden kommen? Keep up your hope

From Jakob wiebe on Oct 25th, 2009

Nur nicht den Mut verlieren das Schiff wird noch kommen so sind die sued amerikanischen Laender Mañana, Gott mit euch.

From Wilmer E. Loma Plata on Oct 25th, 2009

Hoffendlich wisst ihr das ihr in Suedamerika seid wegen den MAÑJANA. Gute Reise

From Hein & Mika Friesen on Oct 25th, 2009

Take it easy mit dem Warten, but take it:). Es wird schon wieder werden! Kopf hoch, entspannt euch gut und geniesst die Reise trotz ungeplanter Pannen! Animo y suerte!

From Jasch Gerbrand on Oct 26th, 2009

Hey wenn ihr zu lange warten müsst dann ginge es vileicht schneller zu Fuss wie dann mals nach Asuncion ha ha ihr wollt bestimmt nach her lange da von erzählen und schreiben so wenns bischen warten bedeutet dann mutig und fuerza ihr beiden so kommt ihr ans Ziel!

From martin giesbrecht on Oct 26th, 2009

hello ihr beide.warum schwimmt ihr nicht blosz bis paraguay wenn ihr all im meer seid? haha lasz gut gehen.

From Norbert G on Oct 26th, 2009

Hey Kennert. Ich versteh dich. Bin auch ein Giesb. mit keine Geduld. Aber hast ja einen Klassen da, der wird's schon machen. Heute habt ihr nicht's geschrieben. Wahrscheinlich sehr gebadet. Animo junges en mautich wieda.

From Alfred Janzen on Oct 27th, 2009

Heu Kennert, nutz doch mal die Gelegenheit um etwas Kolombianischen Fussball zu sehen. Unser "idolo" Aldo Bobadilla (der zweite Torman von der selección paraguaya) spielt dort. Alles gute und dass euer Jeep bald kommt...

From Destry on Jul 24th, 2011

Wow, this is in every reepcst what I needed to know.