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Lebenszeichen am 14. Oktober

Written on: Wednesday October 14th, 2009

Okay, hier sind wir wieder: In Liberia, Costa Rica. Seid der letzten Eintragung sind wir durch Belize, Guatemala, El Salvador, Honduras .... und jetzt Costa Rica gereist. Fuenf zum Teil furchtbare Grenzuebergaenge. Mindestens 20 Mal hat entweder Polizei oder Militaer uns kontrolliert. Die schauen auf das Nummernschild und dann zeigen sie uns zur Seite. Einfach frustrierend, wenn sie auch freundlich sind und uns noch keinmal war angetan haben.

Okay, vor einigen Tagen hatten wir unseren 'Schwaerzesten Tag der Reise' (bis soweit wenigstens). Hier folgt der Bericht, den ich an dem Abend schrieb. Leider konnten wir aber nicht Internet finden und somit nichts eintragen.

Hier folgt der Bericht:

Ein unvergeßlicher Tag ... und doch würden wir den am liebsten vergessen!  Über diesen Tag könnten Wilfried und ich ein Buch schreiben, aber fangen wir mal mit diesem an.  Den 12. Oktober 2009 werde ich nicht vergessen so lange ich lebe. Die Geschehnisse dieses Tages waren nicht in unseren Reiseplänen vor der Reise. Wir wussten, dass nicht alles glatt und wie geplant ablaufen würde, aber den heutigen Nachmittag hatte ich mir nicht in meinen schlechtesten Träumen vorgestellt. Als wir um 6.30 Uhr abends bei einem Hotel in Cabon (mitten in Guatemala) Halt machten, dann dankte ich zuerst Gott für seinen Schutz und Bewahrung. Ich war zutiefst gerührt von den Ereignissen des Tages und habe jetzt noch kaum Worte dafür. Aber bevor ich weitergehe, erzähle ich euch zuerst mal, was denn so alles geschah. Wir waren ja am Sonntag (den 11.) noch über die Grenze gekommen in Guatemala rein. Dort suchten wir uns ein Hotel und genoßen einen ruhigen Abend bei La Cabana. Die hatten sogar einen Schwimmbecken, sodass wir uns noch abkühlen konnten. Von dort fuhren wir recht früh los (6.15 Uhr morgens), mit dem Ziel, noch an diesem Tag El Salvador zu erreichen. Wenn alles nach Plänen ging, wäre dies auch nicht schwierig gewesen, denn es sind insgesamt nur 600 km und die Wege sind allgemein gut, wenn auch langsam wegen all der ?topes' – oder hier auch ?tumuros' genannt. Wir kamen gut voran, auch wenn wir uns auf einer Stelle etwas ?verfuhren', sodass wir etwa eine halbe Stunde an Zeit verloren. Dann ging es aber wieder sehr flott voran, sodass wir bald 300 km hinter uns hatten. Etwas nach 11 Uhr stießen wir dann jedoch auf eine Wegsperrung, wo Indianer den Weg mit Steinen zugemacht hatten. Sie protestierten gegen ein Wasserkraftwerk, dass man in ihrer Umgebung bauen wollte. Sie fühlten sich dadurch bedroht und wollten durch ihre Proteste vorbeugen, dass man dieses Werk dort baute. Sie hatten angst, dass dies ihre Gemeinschaft nur weiter in den Absturz bringen und verarmen würde. Ueberhaupt gab es an diesem Tag landesweit Aufstaende und Wegsperrungen. Mindestens ein Mensch wurde dabei getoetet und mehrere verletzt – aber nicht in der Gegend wo wir waren. Die Zeit war etwa 11.30 Uhr, da entschloßen Wilfried und ich uns einen Umweg zu machen. Der Protest hatte schon 8 Stunden angedauert und niemand wusste, wann sie die Straße wieder für den Verkehr öffnen würden. Wie unsere Karte uns zeigte, gab es zwei Möglichkeiten einen Umweg zu machen. Eine war etwa 200 km weit und die andere mindestens 500 km. Der Karte nach, sollte der kürzere der beiden Wege auch asphaltiert sein. Also machten wir uns auf den Weg. Wir waren uns einig, dass wir lieber ein paar Stunden herum fahren wollten, als dort eventuell den ganzen Tag und vielleicht die Nacht noch zu sitzen. Gesagt, getan! Beinah 100 km mussten wir auf der selben Strecke die wir gekommen waren, zurückfahren. Da mussten wir dann abbiegen und einen uns fremden Weg fahren. Aber wie schon gesagt, auf der Karte sah er gut befahrbar aus. Die ersten Kilometer waren auch einwandfrei: asphaltiert und schön! Dann kam eine Strecke von etwa 10 km Steinweg. Der war nicht gut aber wir konnten fahren – und wir wussten unserer Meinung nach, dass es nicht weit sein würde. Dann kamen wir in die Ortschaft Seboh und von da hofften wir auf guten Weg. Auch hier ging es am Anfang noch, aber allmählich wurde er schlechter. Wir wurden beide sehr still und zuweilen wurde uns schon richtig bange. Desöfteren hielten wir an und fragten Menschen nach dem genauen Weg; wir wollten sicher machen, dass wir nicht wieder von der Strecke abkamen, wie morgens schon einmal. Hier war der Weg steinig, sehr gebirgig und langsam. Einen den wir fragten, sagte es sei nur eine kurze Strecke steinig und dann komme wieder Asphalt. Er gab jedoch unsicher zu verstehen, dass wir kehrt machen sollten und lieber nochmal genau den Weg fahren, den wir gekommen waren. Wir hätten auf ihn hören sollen – aber das merkten wir erst später. Wir hatten etwa 90 km Weg vor uns bis Coban (wo wir jetzt zu nacht sind). Aber diesen Weg kann ich kaum beschreiben. Mir fehlen Worte um auch nur annähernd zu beschreiben, wie schlecht und gefährlich der Weg war. So atemberaubend wie die Landschaft in den Bergen war, so haarsträubend gefährlich war der Weg. Wir konnten mindestens 30 km nur langsam fahren ... und ich meine langsam!!! Wir gaben alle Hoffnung auf, auch nur nahe an die Grenze nach El Salvador zu kommen. Wir setzten uns inzwischen das Ziel, nur noch heil aus den Bergen zu kommen. Weite Strecken war der Weg so schmal, dass wir keine Fahrzeuge begegnen konnten. Kamen Fahrzeuge von vorne, musste einer von beiden freiwillig rückwärts oder ganz zur Seite fahren. Und das war nicht leicht, wenn man bei einem drei Meter breiten Weg mehrere Dutzend Meter rueckwaerts fahren sollten, wenn an einer Seite ein steiler Beg war und an der anderen Seite eine tiefe Kluft. Bei einer Gelegenheit hielten wir an, rechts war ein steiler Abgrund von vielleicht hundert Meter (und wir waren nur ein Fuß von dem) und an der anderen Seite fuhr das herankommende Fahrzeug vorbei, sodass die Spiegel sich um ein Haar berührten. Es war einfach ängstlich. Als wir unterwegs wieder einmal jemand fragten, wie weit der schlechte Erdweg noch sei, sagte dieser lächelnd, ?ganz bis Coban". Er meinte, es würde uns noch 5 Stunden dauern – und wir waren schon mindestens 3 Stunden unterwegs. Hinzu kam noch, dass der Regen in den Bergen immer stärker zu fallen began. Ein weiteres Hinderniss war der Wegbau. Man war dabei, eine weite Strecke zu erneuern. Dazu wurden große Teile der Berge gesprengt und es war schwierig zu fahren. Millionen kleine und große Steine lagen im Weg. Wir konnten nur ganz langsam fahren. Nur wenige Autos kamen jetzt. Wir fühlten uns hilflos und verloren in der ?Wildnis'. Der Regen strömte immer heftiger. Wir waren jetzt so hoch in den Bergen, dass die Wolken teilweise unter uns lagen. Jedes Mal, wenn die Wolken sich öffneten, konnten wir weit weit über die Berge sehen. Es war atemberaubend schoen. Einfach traumhaft! Aber unsere miserable Lage machte uns derart zu schaffen, dass wir kaum etwas Schönes erblickten. Die Uhr tickte, der Himmel war bewölkt und wir waren unserem Schicksal ausgesetzt. Dann kam wieder eine Gabel im Weg. Wir blieben unserer Meinung nach auf dem Hauptweg, der so steinig war, dass wir nur ?kriechen' konnten. Es war zu sehen, dass diese Strecke sehr neu war und immer noch daran gearbeitet wurde. Plötzlich gings nicht weiter. Der Weg war zuende. Alles war steinig und wir mussten kehrt machen und einen anderen Weg suchen. Aber da war unser Pech noch nicht zuende. Wir kamen bei einer Stelle an, wo am Weg gearbeitet wurde. Es regnete und wir mussten warten. Plötzlich ging ein Warnlicht beim Jeep an und ich sah, dass der Motor sehr heiss war. Auweia, nur das nicht noch! Wenn uns der Jeep hier hoch in den Bergen kaputt ging, dann war unsere Reise wohl zuende. Ich schaltete den Motor sofort ab und wir warteten im Jeep während es in Strömen regnete. Dann schauten wir nach und ich bin mir sicher, dass Wilfried und ich dutzende stille Gebete zum Himmel schickten. Wir waren verzweifelt, wir waren am Ende. Wir wussten nicht, was wir tun konnten. Wir schauten uns den Motor an und dann ging ich ihn nochmal anlassen. Er startete und wie durch ein Wunder, lief er wieder und die Temperatur war normal. Wir fuhren weiter mit der Furcht, dass der Jeep wieder heiß werden würde, aber nichts geschah! Nichts geschah weiter.So ging der Weg weiter über die Berge. Bei einer Kurve begegneten wir ein Fahrzeug der Wegbaugesellschaft. Dieses hielten wir an und fragten den Arbeitern ernsthaft nach unserer Lage. Sie nahmen sich Zeit und sagten uns genau, wie weit der schlechte Weg noch sei: schon nur 15 km! Aber diese 15 km sind sehr schlecht, sagten sie. Kleine Fahrzeuge kommen da nie durch! Wir fuhren also mit Angst und Bangen weiter. Die 15 km dauerten uns über eine Stunde. Es ging steile Hänge hoch und dann wieder genau so steil nach unten. Aber wir schafften es mit heiler Haut. Der Jeep sprang hin und her, aber er hielt! Wir begegneten auffällig viele Fahrzeuge, also ein Zeichen, dass wir näher zum Ziel kamen. Die Gefühle, die mir durch den Kopf schoßen kann ich nicht beschreiben. Ich weiß nur, dass ich nie in meinem Leben auch nur annähernd solche schlechte und gefährliche Wege gefahren bin. Als ich bei einer Gelegenheit ausstieg, merkte ich, dass ich zitterte. Meine Beine waren schwach und schmerzten, vor der ständien Spannung hinterm Steuerrad. Gut, ich lasse es mal bei diesem. Erwaehnen sollte ich noch, dass wir abends im Hotel einen Mann trafen, der dieselbe Strassensperre wie wir angetroffen hatte. Auf die Frage, wann die Indianer den Weg geraeumt hatten, sagte er: ?Oh, die machten die schon 11.30 Uhr vormittags auf!" (das konnten wir nur schwer verdauen. Also nur Augenblicke – ja, Minuten! – spaeter war die Strasse wieder geoeffnet und wir haetten und diesen schaurigen Weg ersparen koennen. Abschicken können wir dies heute leider nicht, wir versuchen es morgen mal. Mehr später. Gute Nacht.  13. Oktober – Bis Honduras  Obwohl wir am Vortag 12 Stunden unterwegs waren, hatten wir nur 320 km Fortschritt gemacht. Für heute setzten wir uns keine Ziele. Wir wollten einfach fahren und keinen Druck auf uns setzen. Wir dachten uns so: ?Wir kommen bis wo wir kommen!" Dass wir in diesen Ländern nicht so fahren können wie wir es von Nordamerika gewohnt sind, haben wir mittlerweile schon gemerkt. Außerdem kommt ja jetzt auch eigentlich täglich mindestens eine Grenzüberquerung, die sehr strapaziös sein und lange dauern kann. Und, wie wir es jetzt schon gewohnt sind, geht nicht alles wie wir es planen. Und so kam es auch heute zu Verzögerungen, im Straßenverkehr verirren, Polizeikontrollen usw. Aber wir kamen vorwärts – und dass viel besser und weiter als gestern. Wir fuhren morgens in Guatemala los, kamen ganz durch und schafften es sogar noch bis in Honduras. Also zwei Grenzen an einem Tag zu überqueren ist keine leichte Sache. Sagen sollte ich hier vielleicht, dass es eine Leichtigkeit ist, selber über die Grenze zu kommen. Schwierig wird es erst mit dem Auto. Da muss man hin und her, hier und da zahlen, ein paar Unterschriften sammeln ... und das alles dauert und dauert! Hier muss man warten, dort muss man warten und es will einfach kein Ende nehmen. Beim Übergang nach El Salvador klappte es heute ganz gut, bis ....! In einer dreiviertel Stunde  hätten wir wieder unterwegs sein können. Aber irgendwas musste ja uns wieder passieren. Es kann ja einfach nicht glatt abgehen, wenn wir wo sind. Und so war es auch hier. Der Mann bemühte sich und war beinah fertig, da versagte sein Computer ... und es dauerte über eine halbe Stunde, bis er den wieder im Arbeiten hatte. Wir standen und herum und warteten, und warteten.

So weit fuer heute Vielleicht haben wir noch Zeit, um einige Bilder anzuhaengen. Alles Gute und danke fuer all die Mutzusprueche. Bis zum naechstenmal!

 

From Hein & Mika Friesen on Oct 14th, 2009

Fuerza für euch beiden! Sehr spannend und interessant, eure Berichte zu lesen! Bleibt gesund und gute Reise!

From Apache on Oct 15th, 2009

Hallo. Ich freue mich, wieder etwas von euch zu erfahren. Dass ihr gesund seid und vorwärts kommt, freut mich. Alles Gute weiter und viel Geduld mit "mañana". Wenn ihr zurück seid, gibt's Asado!

From frauz p.thiessen dietschlaund on Oct 15th, 2009

miene sorjen wieren nicht onberachticht. docht mie aul daut irjentwaut nicht stemd. frei mie daut wada aules goot es. wie dentjen aun lünt en wieda aulet goode von fpth en vonne plautdietsch-frind

From fraunz p.thiessen dietschlaund on Oct 15th, 2009

wau etj noch sajen well wan ji tiet haben , schrift noch en bet mea ewa belize dankscheen fpth

From Berta on Oct 15th, 2009

Na gut , das ihr noch immer heile Haut habt.Steckt euch jeden morgen die Taschen voll GEDULD, die werdet ihr wohl jeden Tag genug brauchen. Denke an euch u. wuensche weiter Gottes Fuehrung und viel Mut u. Kraft fuer eure weitere Strecken...

From Jasch Gerbrand on Oct 15th, 2009

Hey Jungs ihr seid ja nicht auf der Flucht sonndern auf einer abenteuer reise und das mañana solltet ihr noch nich vergessen haben von py ha ha macht ruhig weiter geniest die fahrt!

From Franz Wiebe on Oct 15th, 2009

Guten tag. Wenn ihr auch so einen schlechten weg begenet habt, so wuensche ich euch doch weiter glueck auf den weg. Hofendlicht wir es weiter besser sein.

From Alice Balzer on Oct 15th, 2009

Hallo Kennert und Wilfried! DAs ist ja erschreckend zu lesen was ihr durchgemacht habt,ich wünsche euch trotz allem viel Mut für die weitere Reise!Ein Giesbrecht und ein Klassen geben ja nicht so schnell auf!Animo!!!!!!!!

From benjamin penner on Oct 15th, 2009

halo, jungens, mich freut es dasz sie so gut gereist haben, ich wuensche euch weiter viel Mut, y mucha fuerza

From Bianka Giesbrecht on Oct 15th, 2009

Habe letztes Wochenende von eure Reise gehört und auch die Webseite bekommen. Habe heute euren letzten Bericht gelesen. Möchte euch Mut zusprechen und euch mit eurem Auto in Gottes Hände befehlen. Wünsche euch eine heile und frohe Ankunft in Paraguay.

From Delbert & Steffi on Oct 15th, 2009

Ist ja ganz interessant und aufregend eure Reise! Wuenschen euch weiter Gottes Begleitung und Mut auf eurer Reise! Animo..

From Willie Schroeder on Oct 15th, 2009

Very intresting. Good reports drive safe. I wish you all the best on this adventure.

From Rosanna Giesbrecht on Oct 16th, 2009

Hey dad. It's good to know that you made it a little bit farther and you're still safe. Stay patient and have fun! Love you. Rosanna

From alvin fehr on Oct 17th, 2009

yes sir...ihr seid jetzt in LATEIN Amerika und dann ist besser Eure Uhren ganz wegpacken. Versuchen "on schedule" zu bleiben wird euch vielleicht den Spass verderben. Wenn alles perfekt ablaufen wuerde, gäbe es nicht viel zu erzählen später.

From Silvi Harder on Oct 19th, 2009

Hallo Cosin Kennert!Toll was ihr macht, so eine Abenteuerfahrt.Geniesst es,auch wenns am Anfang nicht immer nach geniessen sieht oder fühlt.Gott mit euch!!