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2 Tage unterwegs, 1500 km liegen hinter uns

Written on: Sunday September 27th, 2009

Hier etwas aus unserem Tagebuch:

 

1. Tag – Samstag, der 26. September 2009: Endlich ist der Tag unserer Abreise nach Paraguay gekommen. Auf diesen Tag haben wir etwa 1 ½ Jahre gewartet, und nun ist er da. Das ist kaum zu glauben. Kennert kam etwas vor 7.00 Uhr morgens bis uns. Die meisten Sachen hatten wir schon am Vortag in den Jeep geladen, nun noch den Laptop, Mate und ein paar persönliche Sachen und los gings. Ein lang ersehnter Traum wurde endlich war. Der Abschied fiel wie erwartet nicht interessant aus. Anja fiel es merklich schwerer als Alex, denn sie kann schon besser den Tragweite und Bedeutung verstehen, was es heißt, dass wir für eine längere Zeit wegfahren, obwohl sie das jedoch nicht erfahren hat.

     Bei der Grenze zu USA waren wir etwas früh. Hier wird die Grenze erst um 8.00 Uhr geöffnet. So warteten wir einige Minuten, bis auch die Autos, die vor uns waren, durchgefahren waren und hielten dann bei den Grenzbeamten an, 2 stolze Amerikaner. ?Your Passports" sagte er in einem überheblichen Ton. Er hatte wohl nicht gut geschlafen, denn er war ausgesprochen brumsch. Auf seine Frage, wo wir denn hin fahren wollten, antworteten wir natürlich stolz: ?Nach Paraguay!" Etwas ungläubig stellte er ein paar weitere Fragen, die wir ordnungsgemäß beantworteten. Danach gings weiter. Es hatte nicht lange gedauert, höchstens 5 Minuten.

     Nun gings weiter durch Thief River Falls bis Alexandria, wo wir bei einem McDonalds Restaurant Mittag aßen und tankten. Wir waren beinahe 500 km gefahren. Hier versuchten wir eine Internetverbindung zu bekommen, was uns auch gelang, nachdem wir uns von einem Arbeiter einen Code geben gelassen hatten. Ich sprach per Skype (video) mit Renate und den Kindern.

     Nachdem wir gegessen hatten, gings los Richtung Mountain Lake, Minnesota. Hier wollen wir die erste unserer vielen Nächte verbringen, bei Gordon & Eva Harder.

     Um 4.30 Uhr Nachmittag kamen wir bei ihnen auf ihrer Farm an. Die Landschaft wurde schon etwas hügeliger und der Weg wurde während langer Strecken von unzähligen Mais- und Sojafeldern gesäumt. Bei Harders wurden wir warm empfangen und gleich mit einem erfrischenden Terere und Melonen-Pai bedient. Danach für Herr Harder mit uns die Sehenswürdigkeiten der nahegelegenen Stadt Mountain Lake besehen: verschiedene Kirchen, das Museum, eine Anlage, um Mais in Zugwaggons zu verladen usw. Mountain Lake ist eine kleine ?mennonitische" Siedlung mit rund 2000 Einwohnern. Hier siedelten die Mennoniten um 1870 an. Nach einem blühenden Jahrhundert scheint die Stadt nun jedoch fast auszusterben. In ihrem Gotteshaus, das etwa 450 Menschen fasst, versammeln sich für den Sonntag Morgen Gottesdienst 30 bis 40 Menschen, ein paar von denen sind Jugendliche. Die anderen sind alle sonstwo hingezogen. Nun ziehen Menschen von Laos und Latinamerika in die einstige Mennonitensiedlung. Die Milchfarmerei ist so gut wie ausgestorben.

     Zurück bei Harders angekommen setzen wir uns an den reichlich gedeckten Tisch mit echten Mennonitischen Verenike, Schinkenfleisch und Pai. Bei solchem Essen muss man den Bauch fast mehr antun als man sich vorgenommen hat. Es schmeckt einfach zu schön.

     Nach dem Abendbrot setzten wir uns hin und plauderten mit Harders bis etwas nach 10.00 Uhr. Hopla, es ist gar nicht mehr so früh. Höchste Zeit ins Bett zu gehen und zu schlafen, denn morgen ist Tag 2 unserer langen Reise.

 

Sonntag, der 27. September 2009: Tag 2: Gut ausgeruht standen wir etwas nach halb 7 Uhr morgens auf, duschten, tranken Mate mit unseren Gastgebern zusammen, frühstückten gut und dann gings los, nachdem wir uns von ihnen verabschiedet hatten. Frau Harder gab uns noch von ihrem schmackhaften Melonen-Pai mit für unterwegs, den wir uns Vormittag während des Terere's gutschmecken ließen.

     Wir fuhren durch das kleine Städtchen Mountain Lake, das wir gestern schon kennengelernt hatten und dann gings Richtung Sioux City. Wieder wechselten sich endlose Strecken von Mais- und Sojafeldern aneinander. Anfänglich war die Landschaft noch hügelig, doch bald sahen wir zu beiden Seiten des Wegs wieder die uns bekannte, steppenartige Prärie. Das änderte sich Nachmittag wieder. Jetzt sah man hin und wieder Kafirfelder und sogar einige Weideflächen, auf denen vereinzelt kleine Viehherden etwas zum grasen suchten. Es war reichleich Gras vorhanden.

     Zu Mittag fuhren wir in ein kleines Städtchen in Nebraska, nachdem wir durch den Staat Iowa gefahren waren. Wir wollten wieder bei einem McDonalds Mittagessen in der Hoffnung, dass wir eine kabellose Internetverbindung bekommen würden wie gestern, aber hier bot sich uns nicht die Möglichkeit. Dafür gab es aber eine andere, nicht sehr freundliche Überraschung. Wir waren die letzte Strecke Westen gefahren und hatten einen unangenehm starken Nordwind, der uns von der Seite blies, so dass man das Lenkrad gut festhalten musste. Wir hatten kein auffälliges Geräusch gehört bis jetzt, nun aber erklang vom Motor her ein Geräusch wie wenn ein Lager kaputt war und es Eisen auf Eisen ging. Das hörte sich uns nichts gut an, doch wir fuhren trotzdem weiter, weil es aufhörte, nachdem wir ein paar Meter gefahren waren.

     So ging es nach dem Mittagessen noch etwa 40 km westlich mit dem starken Nordwind von der Seite. Wie froh waren wir, als der Weg endlich nach Süden abbog. Nun kam der heftige Nordwind von hinten und wir konnten gut vorwärts kommen.

     Bloß was war jetzt? Langsam fing uns an warm zu werden und einer nach dem andern schaltete ungeduldig an den Schaltern der Klimaanlage rum. Verstanden wir uns denn beide nicht richtig damit? Wir wollten ja es nicht wahrhaben, dass die jetzt schon versagt hatte. Aber sie kühlte einfach nichts. Eben ein paar Wochen vor unserer Losfahrt hatten wir die noch in Steinbach in Ordnung bringen lassen. Sollte es sein, dass sie uns nun schon im Stich lassen würde?? Im Stillen hofften wir wohl beide, dass sich dieses nicht bewahrheiten würde, denn die Länder, in denen wir die Klimaanlage als verwöhnte Kanadier dringend nötig brauchen würden, lagen wie eine endlose Strecke vor uns. Dort würde der Sommer bereits eingekehrt sein, wenn wir bis Südamerika kommen würden. Was dann? Uns graute bei diesem Gedanken.

     Wir überlegten nun auf lautem, wo das Problem stecken könnte. Wäre die Klimaanlage zugefroren, dann könnte sie wohl auch nicht richtig kühlen. So entschlossen wir uns, sie einfach einmal ganz auszuschalten. Sofort verspürten wir einen angenehm kühlen Windzug. Der jedoch ließ bald darauf wieder nach und es stellte sich etwas anderes ein, nämlich das auffällige Geräusch von zuvor. Mal war es da, dann wieder nicht. Wir machten uns langsam sorgen, beteten aber im Stillen, dass es nichts Schlimmes sein würde. Als es schließlich immer ärger wurde und bald gar nicht mehr aufzuhören schien, drehten wir zur Seite auf einen Nebenweg, hielten an und schauten nach, wo denn das Geschurgel herkam. Da, die Klimaanlage. Was jetzt? Es hörte sich sehr unheilvoll an. Wir überlegten hin und her. Sollten wir weiterfahren, bis wir entweder unser Ziel für heute erreicht hatten, oder sollten wir einen Mechaniker finden? Vor uns lag ein kleines Städtchen, aber es wäre wohl zu gewagt, zu hoffen, dass sich ein williger Mechaniker finden würde, der uns gleich helfen könnte. So entschlossen wir uns nach einigem Hin und Her, dass wir versuchen würden weiterzufahren. Vielleicht kämen wir doch noch bis Inmen, Kansas.

     So fuhren wir weiter und das Geräusch verschwand auch bald wieder. Wir kamen in den Staat Kansas und fuhren weiter, im Stillen hoffend, dass wir glücklich unser heutiges Ziel erreichen würden, ohne weitere Zwischenfälle zu haben. Ab und zu hörten wir das uns unangenehme Geräusch jetzt noch, aber es wurde seltener. Wir nahmen uns vor, noch heute einen fachkundigen Mann um seine Meinung zu fragen und wenn es sein sollte, gleich Morgen morgens das Lager auszuwechseln, das uns so Sorgen machte.

 

From Alfred Giesbrecht on Sep 28th, 2009

Lasst Euch einen guten Rat geben: Nehmt mechanische Probleme ernst, nicht ignorieren wie der Strauß, der den Kopf bei Gefahr in den Sans steckt. Sonst kann es schlimmere Schäden geben....

From Michael on Sep 28th, 2009

Interssant, euer Bericht. Wenn ihr über Ortschaften schreibt, dann bitte noch etwas genauere. Was sind denn z.B. die Probleme von Mountain Lake. wArum ziehen die Leute weg? Weiter gute Reise!!

From Berta Schroeder on Sep 28th, 2009

Na es faengt ja richtig interresant an zu werden.Hoffe ihr koennt das Problem mit eurem Jeep so schnell wie moeglich loesen. wuensche weiter alles Gute Bruderherz!!

From Naemi Giesbrecht-Thole on Sep 29th, 2009

Ich beneide euch ein bisschen, dass ihr all diese Orte kennenlernt. Bei uns in Manitoba ist inzwischen nach einem herlichen Wochenende der Herbst angelangt. Heute früh waren wir schon in die oberen Minustemperaturen, ich denke es wird jetzt Zeit, meine Shorts wegzupacken. Alles Gute noch für euch!

From Ewald Goetz on Sep 29th, 2009

Interessant euch auf eurer Reise begleiten zu koennen. Wir hoffen dass das Problem mit dem Jeep schnell behoben werden kann. Unsere Gebete begleiten euch!!

From Horst on Sep 29th, 2009

Interessant. Ich stimme Alfred zu. Behebt mechanische Probleme so schnell und fachgerecht wie möglich, um größere Probleme vorzubeugen. Ansonsten alles Gute weiter. Meine Gedanken begleiten euch!

From wilfried on Sep 30th, 2009

Wow, so dann seid ihr jetzt auf dem Weg. Von hier aus dem Cahco wuenschen wir alles Gute!!! Salud.....de ORO