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Auf der Ruta 40 nach El Bolson

Written on: Tuesday February 22nd, 2011

A journal entry from: America del Sur

Die Busfahrt von El Chalten nach El Bolson war so ziemlich eine Horrorfahrt. Wir fuhren zwei mal 12 Stunden, mit einer Nacht Unterbrechung, die wir zwecks Geld sparen im Zelt irgendwo am Dorfrand verbrachten. Zudem hatte der Bus kei Klimaanlage, und draussen herrschten sicher 30 Grad oder mehr, und die so berühmte Ruta 40 ist eine stinklangweilige Strasse, die nur durch die Pampa fährt. Ist dementsprechend aber auch wieder einzigartig, da wir in der Schweiz nichts Vergleichbarens haben. Unendliche Weite, stundenlang keine Dörfer, keine Menschen...

Auf jeden Fall waren wir erleichtert, als es hiess, wir erreichen El Bolson. Aber auch hier erwartete uns keine Abkühlung. Es war sicher 35 Grad, ohne Wind, nichts... Natürlich würden wir das toll finden, wenn wir nicht gerade noch vor zwei, drei Tagen erbärmlich gefroren hätten. Die Umstellung kommt etwas gar schnell! Und so enttschlossen wir, bei dem tollen Wetter, auf einen Campingplatz zu gehen. Denn El Bolson ist um diese Jahreszeit sowieso überfüllt, und wir zaheln die Hälfte was wir in einem dreckigen Hostal für ein Bett im Gang bezahlen würden. Leider hielt das heisse Wetter nur gerade einen Tag an, es gab ein Temperatursturz und es war gerade noch so 10 bis 15 Grad, regnerisch :-(. Tja, da heissts ausharren und Wetterbericht studieren. Aha, ab Montag soll es besser sein. Also los, planen wir unseren Trekk auf Montag. Und wir hatten Glück. Es war in 5 Tagen nur einen Tag etwas regnerisch, sonst immer schön, Sonnenschein pur. Dieser Trekk – der letzte in Südamerika, da wir unsere Trekkingsachen in Buenos Aires lassen werden – stand am Anfang unter einem merkwürdigen Stern. Wir fanden irgendwie den Einstieg nicht, irrten etwas umher und nach langem Gehen fanden wir doch noch die Stelle, wo wir den Fluss queren mussten. Dann begann ein ziemlich happiger Anstieg, und irgendwann fanden wir ein tolles, verstecktes Campingplätzli, wo wir blieben, da wir schon müde waren, und es zum Campingplatz sicher noch 50 Minuten gegangen wäre... Und am nächsten Tag wollten wir einen Pass in Angriff nehmen... Mit Betonung auf wollten. Denn der Weg, den wir dachten sei der richtige (ohne angeschrieben zu sein!), entpuppte sich irgendwie als der Falsche. Wir irrten stundenlang im Wald umher, gingen hin und zurück, Rosche ging ein paar mal noch zusätzlich suchen, wo wir nun her gekommen sind. Denn wir wollten nur zurück, da uns das am sichersten erschien. Tja, so haben wir einen Tag lang verbracht, indem wir im Kreis gingen, und am Schluss, ohne zu wollen, wieder am gleichen Campingplatz landeten... Naja, Adrenalin hatten wir wohl genug für diesen Tag! So entschlossen wir uns, doch noch zum Campingplatz hoch zu gehen, um den genauen Weg zu erfragen. Doch wir trafen unterwegs Leute, die uns versicherten, weiter oben sei die Abzweigung. Nun, so kanns einem gehen, wenn man eine soooo schlechte Karte hat!

Wir fanden dann diesen Weg ohne weiters, er war bestens markiert ;-). Am vierten Tag überstiegen wir wiederum einen Pass. Dieser ist insofern erwähnenswert, weil der Weg bergauf einfach grad einen Steilhang hoch ging. Durch Bambuswälder, Dickicht, über Felsen und Baumstämme. Oft waren unsere Stöcke nutzlos und wir waren froh Äste, Baumstämme und Wurzeln zu haben, um uns daran raufziehen zu können. Und das Ganze natürlich mit dem schweren Rucksack. Nun, es waren sehr strenge 400 Höhenmeter, aber es war abenteuerlich und doch etwas abwechslungsreich, denn der ganze Trekk war sonst eher langweilig, da immer im Wald. Uns hat die Aussicht auf die Berge gefehlt.

Ja, und dann kamen wir nach fünf Tagen wieder in die Zivilisation und bezogen unser Zelt wieder auf dem gleichen Campingplatz wie zuvor. Das Wetter war nach wie vor herrlich. Wir grillierten viel (Rosche war aber enttäuscht vom berühmten argentinischen Fleisch!), badeten im Fluss, assen feine Glaces, sammelten kiloweise Brom- und Himbeeren und verarbeiteten diese in superfeine Desserts. Wir liessen es uns also vier Tage lang richtig gut gehen, und hatten schon wieder Ferien in den Ferien;-). Und nun fahren wir direkt nach Buenos Aires, wiederum eine 24Studen Fahrt. Aber wir haben uns etwas bequemere Sitze geleistet und hoffen auf eine Klimaanlage!

 

From sofra on Feb 23rd, 2011

Also wirklich! die viele tolle Blume wo n'ier schu gse hend i dere schöne Natur und sogar d' Bäum schienid det mächtiger z'si, gäll Rosche; da müsstisch grad nu chli zulegge wennt wettisch de Gigant umarme. Aber wer weiss, bi so vielne gsunde Beeeerli und Argent. Beef chönntsch dus de vielleicht doch nu schaffe ;-))) hi,hi,hi !!! Also de bis bald in Buenos Aires ier Wilde ;-)))

From Liliane on Mar 1st, 2011

Ui, die viele gwagglige Hängebrugge! Das wär nüd für mini besseri Hälfti :-) Bi dem feine Dessert hätti übrigens au gärn mitgässe. Mier müend leider no chli warte, bis bi üs Beeriziit isch!