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Cabo Froward Ein Erlebnisbericht

Written on: Saturday January 22nd, 2011

A journal entry from: America del Sur

 Anmerkung zum Torres del Paine – Bericht:


 

  1. Wer es bemerkt hat; wir haben Eintritt bezahlt!!! Wäre aber absolut nicht nötig gewesen, denn es hat genau niemanden interessiert! Es wollte weder beim Rein- noch beim Rausgehen jemand unser Ticket sehen.

  2. Dank Rosche kann ich solche Sachen auch mitmachen... Wäre er nicht, der mir viel Gewicht abnehmen kann, es wäre für mich unmöglich. Danke, mein Held!

  3. Wir haben unterdessen auch raus gefunden, dass Patagonisches Wetter nicht immer so ist wie in diesem Park.......................!!!!!!!!!!!

  4.  

    Capo Froward

    Cris und Rosche haben im Reiseführer gelesen, dass es eine "Wildnis-Expedition" von Punta Arenas aus gibt, die man aber nur mit Führer machen kann und die ca. 500 Dollar kostet. Bekanntlich bezahlen die zwei nicht so gerne viel Geld für Sachen, die sie auch alleine machen könnten. Sie kommen aber in ein Hostal, wo es nur so wimmelt von jungen Israelischen Staatsbürgern, und die gerne trekken gehen. Diese erzählen den zwei Abenteuerlustigen, dass man ganz gut auch alleine zum Cabo Froward gehen kann. Dies ist der südlichste Festlandpunkt des amerikanischen Kontinents. Der Trekk führt in 5 Tagen alles der Küste entlang bis zu diesem Punkt, wo ein grosses Kreuz steht, und alles wieder zurück. Toll, denken sich die beiden, kaufen sich neue Schlafsäcke, viel Essen und gehen los. Es beginnt schon toll, indem gerade an diesem Tag ein grosser Streik beginnt und keine Busse fahren. Die Leute in Patagnonien wehren sich dagegen, dass Benzin- und Gaspreise nur in Patagonien (und es wird hier produziert und ist sowieso schon teurer als im Rest des Landes) in die Höhe schnellen. Kein Wunder, die brauchen auch abartig viel Gas, da die Elektrizität durch Gas produziert wird. Und die Patagonier brauchen nicht wenig Strom! Sie heizen die unisolierten Gebäude auf sicher 25 Grad!!! Und das Sommer und Winter....

    Aber weiter im Text mit unseren zwei Backpackers. Man weiss sich ja schliesslich zu helfen und nimmt statt den Bus einfach den Daumen. So bringt sie eine nette Dame wenigstens mal zur Stadt raus, wo sie gleich Daumenanschluss finden in einem Auto, das sie bis zum Rio San Pedro bringt. Der Bus geht nur bis San Juan, und von da muss man nochmals ca. eine Stunde gehen bis zum Rio San Pedro! Schwein gehabt ;-)!

    Gut gelaunt, und sogar bei gutem Wetter (in Patagonien ist gutes Wetter, wenn es zum Beispiel nicht windet, oder nicht regnet, oder man ein blaues Loch in der Wolkendecke erblicken kann...) starten Cris und Rosche einen weiteren Trekk. Wow, die Gegend ist wunderschön, es geht alles am Meer, der Magellanstrasse entlang. Bald schon erblicken sie Delfine und vergessen darüber sogar das Mühsal des Weges. Denn nach einem ca. 1.5 Stunden-Marsch auf einem Feldweg, gehts über Felsen, und tiefen, weichen Kies, der unendlich anstrengend ist zum Gehen. Schon etwas geschlaucht gelangen sie zum Leuchtturm, wo es ein sehr elegantes Hostal hat. Unterdessen regnet es auch schon wieder mal, aber gut, sie befinden sind ja in Patagonien. Und da es nur wenig regnet werden sie sogar nicht mal richtig nass. Nach teilweise Strand und teilweise ziemlich guten Waldwegen gelangen sie zu zu einer Holzhütte. Gerne würden sie dort nächtigen, aber sie ist voll von dieser Spezie, und sie entscheiden sich, noch ein bisschen weiter zu gehen. Nachdem der erste, einfache Rio überquert ist, finden sie ein geeignetes Plätzchen für ihr Zelt. Und da es weder nass noch kalt ist (also nicht falsch verstehen, nicht kalt heisst nur nicht, dass man verfriert wenn man mit ein paar Jacken draussen ist), stellen sie dort ihr Zelt auf.

    Nach einer sehr angenehmen Nacht, wollen die Zwei am Morgen ihr Zelt zusammen räumen.... just in dem Moment beginnt es zu regnen und sogar sowas wie Hagel-Schnee fällt vom Himmel. Und das bisher noch trockene Zelt wird pitschnass. Sch.... falscher Moment erwischt. Was solls, schnell packen und los. Es ist anstrengend, viel müssen sie im weichen Sand oder Kies gehen, Felsen müssen passiert werden, oft sehr rutschige wegen Algen, schlammige Waldstücke mit tausend Baum-Hindernissen müssen bewältigt werden, starker Regen, kurze sonnige Abschnitte und sehr starke Winde wechseln sich im Viertelstundentakt ab, oder aber kommen zusammen, Schuhe und Jacken werden nass und die weibliche Hälfte hat schon bald die Nase voll von dieser "Wildnis-Expedition".... Vor allem als dann auch noch ein Fluss kommt, von dem sie gehört haben, dass der einem bis zur Brust kommen kann beim Überqueren, findet sie das gar nicht mehr lustig. Aber zum Glück ist die männliche Hälfte sehr gut informiert und weiss, wann Ebbe ist und der Fluss nur gerade bis zu den Oberschenkeln kommt. Trotzdem ist es gar nicht toll, da es auch wieder mal regnet, und das Wasser schweinekalt ist. Dank sei dem männlichen Geschlecht, das sich mutig opfert zuerst zu gehen, zurück zu gehen und noch der zweite Rucksack rüber zu tragen! Nachdem die Eisklötze an den Füssen mit heissem Wasser in Wasserflaschen – das schon vorher vorbereitet wurde – etwas aufgetaut sind, gehts in forschen Schritten weiter. Zum Glück gibt das anstrengende Gehen warm... Und schon erreicht man den dritten Fluss. Dummerweise kann die schöne Küste mit den Bergen auf der anderen Seite der Magellanstrasse gar nicht so richtig wahrgenommen werden, da die Müdigkeit langsam Besitz nimmt von den Zweien... Doch ist der dritte Fluss nicht mehr so eine Sache, das Wasser gelangt nur bis zu den Knien und auf der anderen Seite wartet ein hübscher Campingplatz im Wald, wo es einen einfachen Unterstand gibt. So bleiben wenigstens ihre sieben Sachen trocken. Gut regnet es gerade einen Augenblick nicht, so können sie das Zelt aufstellen und im Wind trocknen lassen. Am nächsten Morgen heisst es früh los marschieren, da es ein langer Tag wird. Zwar können sie ihr Gepäck und das Zelt stehen lassen, und trotzdem sind es neun bis zehn Stunden Wanderzeit.... Denn heute gehts zum Capo Froward, dann hoch zum Kreuz und alles wieder zurück. Der Weg ist nicht ganz ungefährlich, und man geht teilweise wie auf rohen Eiern. Dies erfordert enorme Konzentration und Energie. Die von der Flut oder Regen genässten Felsen sind extrem rutschig, die Waldwege sehr schlammig und unwegig. Es ist ratsamer zu zweit zu gehen, denn wenn etwas passiert, man ist doch ziemlich alleine unterwegs. Cristina und Rosche haben nur wenige Leute angetroffen, und bei einem Unfall ist man doch ca. zwei Tagesmärsche von möglicher Hilfe entfernt. Aber sie lieben ja das Abenteuer, deshalb auch kein Problem für unsere zwei "ExpeditionsteilnehmerInnen". ;-) Unterwegs passiert leider noch ein Malheur: Die Kamera wird im Salzwasser gebadet und gibt den Geist auf... Es lohnt sich nicht mehr zu zählen, wie viele Kameras in 15 Monaten verbraucht wurden.... Dummerweise können sie deshalb nicht beweisen, bei diesem Kreuz gewesen zu sein... Aber eben, andern werden die Kameras geklaut! So sind sie wenigstens selber Schuld ;-)! Auf jeden Fall wäre die Aussicht vom Kreuz, das sich 360 Meter über Meer befindet, super schön. Doch Nebel, Wolken und Regen verwehren den beiden die Patagonische Schönheit und sie entscheiden nach einem kurzen Mittagessen, wieder zurück zu gehen. Also wieder alles zurück, es regnet natürlich wieder einmal und die Steine, die bei Trockenheit wenigstens Rutschfest sind, werden auch noch schlüpfrig. Hohe Konzentration ist gefragt und sie sind glücklich, als es etwas aufhört zu regnen und der Wind die Steine trocknet. Noch glücklicher sind sie, ihr Zelt wieder zu erreichen und sich einen heissen Tee kochen zu können. Das starke Geschlecht bringt sogar ein tolles Feuer zustande, und so können nasse Sachen getrocknet und geräuchert werden. Übrigens werden auch an diesem Tag Delfine gesichtet! Am vierten Tag heisst es erst mal ausschlafen, da die Ebbe erst am Nachmittag ist. Kurz vor Mittag queren sie dann wieder den dritten Fluss und kurz darauf beginnt es wie aus Kübeln zu giessen. Sie werden patschnass und müssen auch noch den tiefsten der drei Flüsse überqueren. Mühselig ist vor allem das Schuhe und Hosen aus- und anziehen, da man dafür den Rucksack abstellen muss und somit alles noch nasser und schmutziger wird. Aber eben, man ist ja in Patagonien.... Ziemlich durchnässt erreichen sie, nach Überquerung des ersten, harmlosen Flüsschens, die Holzhütte. Gottseidank, es ist niemand dort. Schnell ein Feuer im Ofen (der ist aber gefährlich, da der Kamin kaputt ist und der Rauch einfach ins Hüttchen leitet...) machen und heisses Wasser kochen! Und eine Nacht im Trockenen verbringen, super! Es hat sogar so Holzpritschen, wo sie einfach ihre Luftmatratzen drauflegen können. Nachdem sie sich schon gefreut haben, alleine zu bleiben, trudeln spät noch vier Israelis ein. Sie sind zum Glück eine angenehme Untersorte und bringen den beiden Abenteurern die Nachricht, dass in Punta Arenas nach wie vor gestreikt wird, und unterdessen sogar die Einkaufsläden zu haben. Nun, eine solche Info bewegt die zwei Schweizer natürlich, einfach noch einen Tag in der Hütte zu bleiben und ab zu warten. Für was zurück gehen und das Hostal bezahlen, wenn man hier in der Wildnis gratis schlafen kann??!! Um nicht zu verhungern, gehen sie im Wald auf die Suche und finden tatsächlich Reis in rohen Mengen und Milchpulver. Also werden Unmengen von salzigem Milchreis gekocht. Da dies auf dem Feuer passiert, braucht man dazu nicht mal Benzin. Super oder? An diesem Tag sehen sie einen super schönen patagonischen Fuchs, der in der Mülltonne (was macht eine Mülltonne dort draussen???? Und dennoch voll gefüllt mit (israelischem) Abfall!!!) nach Essen sucht und sich von seinen Zuschauern nicht ablenken lässt. Für Rosche war dies schon der zweite Fuchs auf dem Trekk! Etwas später an dem Faulenzertag – leider ist da das Faulenzen nicht ganz so gemütlich; es ist kalt und man hat keine bequemen Sitzmöglichkeiten... - kommen noch andere Spaziergänger vorbei und berichten, dass es immer nur schlimmer wird mit dem Streik. Gut, so gibt es einen weiteren Hüttentag, brrrr! Um etwas warm zu haben gehen die beiden zum Leuchtturm, erfragen sich mehr Infos (gibt aber keine Neuen) und kaufen frisches Vollkornbrot, selber gebacken!!!! Da jubeln die verwöhnten Schweizerherzen, bzw. Brotmägen! Der Tag ist zur Abwechslung richtig schön, es hat praktisch keine Wolken am Himmel!! Sie können es kaum glauben und geniessen die Sonne in vollen Zügen. Da aber ihre Weiblichkeit genug vom ewigen Frieren hat, entscheiden sich die jungen Leute, am nächsten Tag zurück zu gehen. Wie es das Schicksal aber so will, beginnt der kommende Tag mit strömendem Regen. Sie bleiben liegen, stellen den Wecker mal eine Stunde weiter... und noch eine... und noch eine.... Na gut, schicksalsergeben feuert der Mann halt wieder den Ofen ein. Und dann folgt der schlimmste, langweiligste Tag im Leben von Cristina. Es ist kalt, es regnet den ganzen Tag in Strömen, Yazti und die Würfel können beide nicht mehr sehen, ein Buch hat Rosche zwar dabei, sie aber nicht, Fernseher, Radio und Internet gibts natürlich nicht... Mühselig werden Minuten gezählt, sie essen aus lauter Langeweile und sind unendlich froh, als es Abend wird und sie sich in den Schlaf retten können. Der nächste Morgen dann verspricht Gutes und so sind die beiden um 8 Uhr schon Aufbruch bereit. Es ist zur Abwechslung sogar mal warm und beim Leuchtturm erhalten sie die gute Meldung, dass der Streik vorbei sei. Der Präsident hat klein bei gegeben. Gut für die Trekker! Leider schlägt der Sonnenschein schon bald wieder in Regen um und sie werden wieder pitsch nass. Doch egal, sie wollen raus. Der Berg, den man noch besteigen könnte, wird ausgelassen, da man eh keine Aussicht hätte und der Weg wahrscheinlich matschig ist. So gehen sie Richtung Strasse zurück und werden über Kilometern von einer ganzen Schar Delfinen begleitet! Wunderschön, nur sie zwei, das Meer, die kreischenden Vögel und viele Delfine, die teilweise so nahe sind, dass man sie atmen hört.... Magische Momente sind das. Und das Beste: Es regnet und windet nicht!!! Zurück in der ?Zivilisation", also im Minidörfchen San Juan, wollen sie ihr Glück mit Auto Stopp (en español: viajar al dedo) nochmals versuchen wollen. Leider gibts hier pro Stunde höchstens ein Auto und die wollen teilweise niemanden mitnehmen. Warten ist keine Option, da es einfach zu kalt ist, also gehen sie einfach der Strasse entlang, immer in der Hoffnung auf ein Auto zu treffen. Nach etwa zwei Zusatzstunden findet Frau Seeholzer dann doch, dass sie jetzt einfach mal eine Pause haben müsse. Per Zufall ist das gerade bei einer Brücke und sie sehen auch, wie eine dunkle Regenwolke in ihre Richtung zieht. Also verkriechen sie sich unter die Brücke, kochen sich ein frühes Nachtessen, einen heissen Tee, ziehen sich warm an und warten im Trockenen auf ein eine Mitfahrgelegenheit. Bis der Bus fährt, wären es auch nur noch 2.5 Stunden... Doch sie haben dann doch noch Glück und der Chef des Hostals beim Leuchtturm nimmt sie netterweise mit und lässt sie vor der Tür ihres Hostals wieder raus. Und so nimmt ein weiteres Cris-Rosche-Abenteuer sein Ende!

     

    Pinguine

    Zwar nicht ganz so abenteuerlich, aber trotzdem wunderschön ist der Tripp, den nur der der weibliche Teil unserer zwei Abenteurer bestreitet. Rosche ist das Wetter zu schlecht, er entscheidet sich dagegen, Cris aber will unbedingt die Pinguine (Magellan-Pinguine, die werden nur ca 40cm gross) auf der Insel Magdalena besuchen. Dies ist möglich von Punta Arenas aus und dauert gut 5 Stunden: Zwei Stunden mit dem Schiff rausfahren, eine Stunde 1000 Fotos schiessen, und wieder zwei Stunden zurück fahren... Naja, aber es lohnt sich, das Wetter reisst auf, es entsteht ein Regenbogen und die Sonne scheint. Die Pinguine stehen wirklich zu tausenden dort, bevölkern diese Insel den Sommer über. Es kreischtplappert und  rundherum, Möven fliegen vorbei, die Pinguine sind gar nicht scheu... Süss, diese Tierchen!

     

 

From sofra on Jan 23rd, 2011

und wie isch denn das Gfühl, ganz im Süde acho tsi? Hend ier schu chli Reisebilanz zoge ? das hend ier da wunderbar chönne i dere, einsame, nass-chalte, windige und ab und zu sunnige Gägend im südlichschte Teil vo de Aerde.

From crisundrosche on Jan 29th, 2011

@sofra: naja, mier sind ja ned ganz im Süde gsi. Mr hätt ja no südlicher chönne! Und Bilanz??? nei, vorallem ned finanziell ;-). Und üsi vorübergehendi Bilanz heisst: Falls mier wieder mal uf Südamerika gönd, de sicher ned uf Chile oder Argentinie.... Aber mier hend ja no es paar Mönetli, also no gnueg Ziit zum Bilanz zieh ;-)

From sofra on Jan 29th, 2011

Isch ja schu guet; hend nur so dänkt, wil ier so schön Ruh und viel Zyt zum nachedänke gha hend ;-))) i dere Abgschiedeheit. Das isch ja ender nid vorcho i de Zyte vom "gälbe Büssli ;-)" Klar gat's nu viel wieeeter für üch, mier hend üch au nu nid zrugg erwartet ;-) Buen viaje e que lo pases bien !

From NataschaAlex on Feb 7th, 2011

Hallo ihr Beiden! Hoffentlich hattet ihr einen schönen Trip um Fitz Roy und Cerro Torre! Habt ihr sie gesehen??? Wir sind gespannt auf eure Bilder! Wir sind inzwischen wieder gut in Deutschland angekommen und freuen uns wieder hier zu sein! Habt noch eine tolle Zeit, hoffentlich sehen wir uns mal wieder, liebe Grüsse, Natascha und Alex