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Und das Buessli faehrt doch... Von Arica nach Vina del Mar

Written on: Saturday November 27th, 2010

A journal entry from: America del Sur

Aber nicht gerade auf Anhieb. Wäre ja auch zu schön und zu einfach... Nun, wir wechselten das Oel und das Zündschloss und machten uns dann frohgemutes auf den Weg. Leider lief gar nichts so wie wir wollten. Es ging ziemlich bergauf und der Motor wollte nicht so recht. Alle paar Kilometer musste Rosche aussteigen, unters Auto kriechen, rum schrauben, Motor auskühlen usw. Mit dem neuen Oel schien nichts mehr zu funktionieren (scheiss Hydrostössel!)Dann, nach ca 50 Kilometern und 5 Stunden ?Fahrt" schepperte etwas ganz schrecklich. Rosche fand leider keine Lösung für das Problem und wir mussten, nach einer Nacht mitten in der Wüste, mit feinem Raclette (auf das wir uns schon lange freuten), mit viel Wein und Frust-Schoggi, umkehren. In Arica wieder angekommen suchten wir unseren Mech auf. Dummerweise hatte dieser keine Zeit und wir mussten einen anderen suchen. Was sich nachher als viel besser erwies.... Aber auch hier mussten wir einen Tag warten, weil der Spezialist für VW nicht anwesend war. Tja, so konnte sich wenigstens auch Rosche am Strand erholen vom vielen Arbeiten. Wenigstens konnten wir gratis in der Garage übernachten. Allerdings waren wir von Abends um halb 7 bis morgens um halb 9 eingeschlossen. Also, und nach laaaaaaaaaangen 5 Tagen warten, fluchen, sonnenbaden, arbeiten, sich aufregen weil die Arbeiter nicht vorwärts arbeiteten, vielen feinen, italienischen Glaces (und leider viel zu heissen italienischen Kaffees), vielen feinen Menüs im Mercado, spazieren in der Fussgängerzone, usw., konnten wir am Samstag Nachmittag, zwei Stunden nachdem die Garage eigentlich schliesst, endlich wieder los. Aber die Leute dort waren sehr nett und der Chef legte am Schluss für uns noch Überstunden ein, damit wir noch vor dem Wochenende weg kamen. Und das Ganze war nicht mal so teuer wie erwartet. Wir waren wir unendlich froh, endlich wieder fahren zu können. Denn wir müssen doch immerhin bis Anfang Dezember ca 2600 Kilometer zurück legen! Der Mechaniker empfahl uns, jeweils Abends und Morgens zu fahren, wenn es bergauf und durch die Wüste geht, da es sonst zu heiss ist für das Auto. So fuhren wir Nachmittags los bis in alle Nacht hinein, schliefen kurz und fuhren morgens um halb sechs wieder los. Das Büssli fährt, aber aufwärts müssen wir immer seeeehr langsam und immer wieder mal anhalten, weil es sehr schnell überhitzt. Aber wir schafften es (und ein netter Chilen bot uns sogar einmal an, uns ein Stück bergauf zu ziehen! Cool, da sagten wir nicht nein!!!) wieder an die Küste runter. Wow, wir kamen ziemlich steil den Berg runter und sahen auf die Stadt Iquique, Eindrücklich! Juhuii, endlich der Küste entlang fahren! So verbrachten wir eine Nacht an einem wilden ?Strand", wo wir feine Gschwellti assen... richtig Schweizerisch;-) Und einen Pisco Mango tranken, richtig Chilenisch ;-)! Und das bei Sonnenuntergang... So stellen wir uns doch das Reisen im Büssli vor!!! Dann kamen wir nach Antofagasta, die grösste Stadt Nordchiles. Kurz vor der Stadt befindet sich ein Naturmonument, die ?Portada". Das ist ein natürliches Tor aus Fels im Meer. Wunderschön! Kein Wunder ist das ein ganz kleiner Nationalpark! Schaut euch die Fotos an! Hier fanden wir ein riesiges Einkaufszentrum. Wow, welcome to Europe! Man findet alle grossen Marken und die Preise sind sehr europäisch! Gegen Abend gings dann wieder einmal bergaufwärts. Anscheinend gibt es ein Projekt, die Küstenstrasse zu asphaltieren, was uns sehr entgegen gekommen wäre. Leider ist das noch keine Realität. Und am anderen Tag dann dachten wir, wir sind sehr schlau, nehmen eine kleine Strasse, weil die sehr wahrscheinlich weniger steil ist. Tja, falsch gedacht. Unsere Karte ist da nicht so genau, und wir mussten ziemlich rauf und runter. Und dann war auch noch die Anschlussstrasse gesperrt und wir mussten wieder zurück fahren. Schön blöd. Dafür fuhren wir durch bizarre Landschaften, die teilweise wie Gemälde wirkten oder aussahen wie Mondlandschaften. Nach einer weiteren Strecke durch die Wüste hatten wir an der rauen Küste das Glück, auf eine Seehundkolonie (Oder Seelöwen? Keine Ahnung...) zu stossen. Zuerst sahen wir sie nur von weitem. Und nach einer Kletterei über einen Felsen voll Guano (Vogelscheisse, boah, wie das stinkt dort!) sahen wir diese lustigen Tiere ziemlich nahe. Toll, diese Tiere in der freien Natur beobachten zu können!

Doch nur kurz konnten wir die mehr oder weniger flache Küstenstrasse geniessen, denn schon gings wieder in die Berge hinauf. Das ist unglaublich: Man fährt immer rauf, damit man auf der anderen Seite runter fahren kann, aber auch gleich wieder hinauf. Und das immer bestimmt 1000 bis 2000 oder sogar noch mehr Höhenmeter. Da kommen uns doch unsere Trekkings in den Sinn, wo wir uns schon mal über die Geografie Südamerikas aufgeregt haben ;-)!

Dann fuhren wir durch die Stadt Copaipo, das ist dort, wo die 30 Minenarbeiter so lange eingesperrt waren. Und wieder gehts durch die Wüste, Bärgli uf, Bärgli ab....wieder eine Nacht im Nirgendwo, und am anderen Morgen besuchten wir ein kleines Fischerdorf namens Punto de Choros. Von dort aus buchten wir eine Bootstour zu den Inseln ?Choros" und ?Las Damas", wo es Humboldtpinguine (dies ist die kleinste Art der Pinguine, sie werden höchstens 40 cm gross. Allerdings waren die, die wir sahen, höchstens 30cm gross) ?Lobomarinos" (Seehunde? Oder eben -löwen?), drei verschiedene Arten Kormorane, eine Art Alcatraz, Möwen, Pelikane und Geier hatte. Und sogar einen Delfin sahen wir kurz! Normalerweise sieht man hier keine Delfine, denn wegen des Humboldtstroms ist es an der Pazifikküste eigentlich zu kalt für diese Tiere. Aber hierher kamen sie einmal mit einer warmen Strömung und blieben. Die Bootsfahrt war sehr kalt, und leider schien die Sonne nicht, aber es war unglaublich, diese tollen Tiere in der freien Wildnis zu sehen. Wir fuhren mit dem Boot ganz nahe an die Tiere ran und diese störten sich überhaupt nicht an uns! So waren wir noch näher an den Seehunden als gestern! Es war echt schön.

Und dann kam der unerfreuliche Teil des Tages... nach gut 1000 Meilen/1600Km, begann der Motor schon wieder zu ?scheppern". So wie damals, als wir wieder umkehren mussten. Und wir sind erst 5 Tage unterwegs (aber gute 1500Kilometer...)!!!! Das kanns doch nicht sein! Nun, es ist eben wie es ist. Wir nahmen Kontakt auf mit dem Mechaniker aus Arica und er gab uns eine Adresse einer Werkstatt nahe Viña del Mar. Und so steht unsere Mady halt wieder in einer Garage. Und was WIR in der Zwischenzeit erlebt haben, könnt ihr auf dem nächsten Blog lesen!

 

From sofra on Nov 27th, 2010

Hej ier zwoi!!! Das isch aber e mega vielsietige Pricht. Um das Alles z'kommentiere müesst mer ja einigi Iträg mache ;-))) Luschtig, mier hend sogar am Franz si ehemalig türkisfarbig Schiazug ufghänckt gse, cool ;)und toll isch, dass ier trotz allne Schwierigkeite mit dem alte Göppel ;-((( nu es offnigs Aug und Zyt hend für die wirklich tolli Natur. Toi, toi, toi und alles Gueti ufem Wäg i Süde!!!