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La Paz, Buessli, Coroico nach Chile

Written on: Friday November 5th, 2010

A journal entry from: America del Sur

 Ja, und so kam es wieder mal anders als man denkt. Wir wollten in den schon ziemlich tropischen Ort Coroico gehen. Das ist dort, wo die Todesstrasse aufhört. Das liegt "nur" auf 1700 Meter über Meer und hat so ziemlich das ganze Jahr über um die 26 Grad. Also perfekt, um endlich mal der Kälte und Trockenheit des Altiplano zu entkommen. Die Bolivianer wollten das aber nicht und errichteten wieder einmal einen Road Block. Unglaublich, die schliessen einfach Strassen wenn sie was wollen vom Staat! Diesmal wollten die Cocabauern was, ich weiss aber nicht was genau sie forderten. Nun gut, so hiess schnell umplanen. Rosche beschloss noch einen zweiten Tag beim Mechankier mitzuhelfen um sicher zu stellen, dass gearbeitet wird. Und dann verschwanden wir nach Sorata. Das ist auf ca 2700 Meter, und dementsprechend nicht so schön warm wie Coroico. Aber immerhin wärmer als La Paz, und das ist ja schon viel wert! Leider spielte das Wetter nicht ganz so mit wie wir es gerne gehabt hätten. Denn Sorata ist sehr bekannt als Trekker- und Bergsteigermekka. So verbrachten wir aber nur einen Tag wandernd, als wir uns zu der San Pedro-Höhle begaben. Hin gingen wir auf der Strasse und mussten uns dauernd von den Autos einstauben lassen. Zurück nahmen wir dann den Höhenweg, welcher uns von einer anderen Schweizerin vorgeschlagen wurde. Der war zwar viel strenger, dafür weniger staubig ;-). Die Höhle selbst war ganz ok. Das Spezielle ist, dass sie riesig ist. Sicher 20 Meter hoch an der höchsten Stelle, und vielleicht 30 Meter breit. Und einen "See" hats drin, wo man für 75 Rappen ein Pedalo mieten kann :-). Wir wären allerdings lieber tauchen gegangen. Denn der See ist unglaublich klar.

 

Am dritten Tag in Sorata rief Rosche mal den Mechaniker an um zu fragen wies aussieht. Völlig aufgelöst kam er zurück ins Zimmer und verkündete, er ginge jetzt gerade nullkommaplötzlich zurück nach La Paz. Der Mechaniker hätte wieder fast gar nichts gemacht, weil er "Probleme" hätte und wolle uns einfach so ein "neues" Getriebe kaufen, ohne uns zu fragen! So packten wir halt trotz Bauchweh, Durchfall und Unwohlsein unsere sieben Sachen und fuhren zurück nach La Paz. Rosche gings nicht ganz so schlecht, deshalb rannte er sofort in die Werkstatt in El Alto. Unsere Entscheidung hiess nun, dass Rosche also jeden Tag, bis der Bus soweit fertig ist, zum Mechaniker geht, mit hilft und dabei ist, damit auch wirklich gearbeitet wird. Und nicht irgend etwas, sondern das was wir wollen. Ja, so gehts im Leben. Ich erholte mich unterdessen im Hotelzimmer, wo wir langsam aber sicher Stammgäste sind... Und dann ging auf einmal die Strasse nach Coroico wieder auf. So beschloss ich kurzfristig, alleine dort hin zu reisen. Ich kann und will eh nichts helfen beim Bus, und Rosche arbeitet den ganzen Tag, also begab ich mich zum Busterminal. Wieder einmal kostete das Busticket viel mehr, weil ein Feiertag ist in Coroico. Es wird wieder mal irgend eine Virgen geehrt. Die Busfahrt war nichrt so angenehm: Ich musste mir zwei Sitze mit einer Frau teilen, die etwa doppelt so breit ist wie ich und somit die Hälfte meines Sitzes auch noch brauchte. Zudem sass sie noch halb auf mir drauf. Ich meine, ich habs ja schon gerne, wenn ich manchmal etwas menschliches Fleisch auf mir drauf habe... ;-). So sass ich eingequetscht zwischen Türe und und einer nach ?ich-habe-seit-zwei-Wochen-nicht-mehr-geduscht" riechenden Gordita, während sie noch genüsslich Unmengen von Fleisch im Sack mit den Händen verzehrt, sich Cocablätter in den Mund stopft und dann an mir vorbei wieder zum Fenster aus wirft, unglaublich viel schwatzt und immer am "umerangge" ist. Uff, waren das lange drei Stunden! Aber mal angekommen wars herrlich, endlich wieder mal richtig warm. Ich quartierte mich in etwas erhöhter Lage in einem Hotel mit Pool und wunderschöner Aussicht ein und begab mich gegen Abend noch an diese Fiesta. Das heisst ich versuchte auch etwas Essen zu kriegen. Dies stellte sich als ziemlich schwierig raus, da die Bewohner an diesem Tag ausschliesslich von Bier zu leben schienen... Oder aber Pollo assen. Tja, so gabs halt nur ein paar Pommes. Auf jeden Fall musste ich danach wieder im Dunkeln um Hotel hoch gehen. Uff, es geht da einen kleinen dunklen Weg hoch... Da denke ich doch, dass es viel angenehmer ist zu zweit zu reisen ;-)! Und dann lässt mich so ein blöder Kläfferhund nicht mal ins Hotel rein. Zum Glück weiss ich einen Nebeneingang... Nachher fand ein Arbeiter (ein Ami), die Hunde machen schon nichts. Ja super wenn der mich ankläfft und knurrt.... Aber sonst verbrachte ich ein paar ruhige, entspannte Tage an der Wärme. Und dann hiess es wieder einmal: Ab nach La Paz! Mal schauen wie es Rosche und unserem Büsli geht!

 

Und dann kamen ein paar sehr ungewisse und strapazierende Tage. Rosche arbeitete noch immer, es gab immer wieder Rückschläge, mal lief es gut. Irgendwann waren wir sogar soweit, dass wir das Büssli wieder verkaufen wollten. Der Motor lief zwar, aber nicht mit Kraft. Unsere allerletzte Hoffnung war nun der Schweizer Mechaniker Ernesto. So fuhren wir zu ihm, und er machte uns nochmals etwas Mut. So beschlossen wir, den Motor zu kaufen und nach dem Ratschlag Ernestos einfach mal viele Kilometer zu fahren. Und da uns sowieso die Zeit davon lief, also das Auto raus aus Bolivien musste, fuhren wir trotz allem los Richtung Grenze zu Chile. Dies erwies sich als einen grossen Fehler. Besser wäre die Route über Peru gewesen. Denn wir mussten so immer in Höhen von 4000 Meter und mehr (der Grenzpass ist sogar auf 4660) fahren, was für den richtig funktionierenden Motor eine Qual war. So lag Rosche alle paar Meter unter dem Auto, das Büssli überhitzte auch mehrfach und wir mussten wieder Pause machen. Tja, so kommt man nicht wirklich schnell vorwärts!! Am dritten ?Büssli-Reise-Tag" hat dann Rosche doch noch eine Einstellung gefunden, die dem Auto etwas mehr Kraft verlieh... Wir fuhren am höchsten Berg Boliviens vorbei, dem 6500Meter hohen Vulkan Sajama. Eindrücklich! Und so schafften wir dann auch den Grenzpass und ärgerten uns nur ganz kurz über die Mühsal, ein Auto von einem Land ins andere zu bugsieren! Anschliessend führte uns die anfänglich schlechte Strasse durch den Nationalpark Lauca. Wieder diese eindrücklichen, irrealen Landschaftsbilder mit Steppen, Lagunen, Vulkanen, Wüsten und Lamas. Schön!

 

Ja, und dann waren wir froh, endlich weiter nach unten zu kommen. Je tiefer wir kamen, desto mehr Kraft kriegte unser Motörli! Wir dürfen auch nicht vergessen zu sage, dass wir natürlich auch gaaaaaaaaaaanz viel geladen haben... (Stellt euch auch vor, ich musste ja sooo viel shoppen gehen, während Rosche arbeitete ;-D) Nein, im Ernst, wir haben viel Wasser und Ersatzbenzin, Oel, Werkzeug, Schoggi, Ersatzteile usw. Dabei. Das zählt sich. Nachdem wir unendliche Höhenmeter vernichtet haben, sind wir nun wieder am Meer angekommen, jubii!! Es riecht nach FERIEN:-)! Endlich nicht mehr frieren in der Nacht, hach ist das schön! Jetzt hoffen wir weiter dass alles klappt. Denn im Moment funktioniert der Zündungsschlüssel nicht... Aus diesem Grund suchten wir nach einer Nacht am Strand einen Mechaniker auf. Und auch wenn wir unterdessen nicht mehr in Bolivien sind, so doch immer noch in Südamerika. Wir werden also bis morgen warten müssen, nur um das Oel zu wechseln und die Elektronik vom Zündschloss auszutauschen... Es werden wohl noch so einige Überraschungen auf uns warten! Und dann hoffen wir morgen weiter reisen zu können, immer Richtung Süden, denn schon bald bekommen wir wieder Besuch!! Wir freuen uns!(Auch wenn wir noch immer Schweizerschoggi von unserem letzten Besuch haben;-D)

 

From felix on Nov 9th, 2010

fein dass der bus wieder fährt.... wünsch euch eine schöne warme zeit in chile und wenig probleme mit dem bus!! greets

From cris und rosche on Nov 10th, 2010

naja, leider läuft es nicht ganz so wie wir uns das wünschen... stecken schon wieder in einer Autowerkstatt fest... hoffentlich aber bald wieder nicht mehr...

From Lance on Nov 11th, 2010

damn i wanted to follow you guys...I had followed the original owners of Madeline (that vehicle is junk) to bad I don't read your language.

From Cris und rosche on Nov 12th, 2010

@ lance: who ever you are: hi, welcome to our blog! Now WE are the original owners;-) but actually we aren't very happy about this vehicel;-( it makes more problems than joy... We are more time with mecanics than travelling;-( hopefully it is getting better....