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Mit Thomas und mitohne VW durch Bolivien

Written on: Monday October 4th, 2010

A journal entry from: America del Sur

Zuerst mal entschuldigung, dass wir so lange nicht mehr geschrieben
haben. Wir haben eine etwas strube Zeit hinter uns und ich brauchte
zuerste etwas Abstand, um darueber schreiben zu koennen. Aber von
vorne: Wir sind also in den Bus umgezogen, haben dort in der Garage
uebernachtet und konnten ab und zu zu unseren Freunden ins Hotel
duschen gehen. Wir arbeiteten viel und bezahlten viel, um das Auto in
dieser Garage stehen lassen zu koennen. Doch endlich beschloss Rosche,
dass er nun genug gewerkelt habe und das Auto soweit fahrtauglich sei.
Gut, wir verfrachteten das Auto wieder auf den Campingplatz imn Sueden
der Stadt. Dort verbrachten wir eine weitere Nacht, nachdem wir mit
unseren Freunden (dabei war auch David, ein Deutscher, den wir schon
in Huaraz, Peru, kennen gelernt haben und hier per Zufall wieder
getroffen haben) viel Wein, Bier und Raclett(!!!) gehabt haben. Und
dann war die Zeit schon so weit vorgerueckt, dass niur noch 2 Tage
fehlten, bis Thomas in La Paz ankam. Also lohnte es sich gar nicht
mehr weiter zu reisen, sondern wir warteten bis er kam. Gleichzeitig
hatten wir noch eine super glorreiche Idee... Wir beschlossen mit
David zusammen den einfachsten 6000er in Bolivien (oder von ganz
Suedamerika?) zu besteigen. Und das ohne Anklimatisation... Der
Schweizer, bei dem wir schon mal Berg-Material ausgeliehen haben,
brachte uns auf diese Idee. Er sagte, wir koennen das alles in einem
Stueck machen, muessten erst gar nicht in der Huette auf 5200m
uebernachten. Toll, so brauchen wir keinen Schlafsack, Essen, Kocher,
etc. hoch zu schleppen. So nahmen wir Abends um halb 10Uhr ein Taxi,
und begannen nachts um halb 12 unsere Tour. Wir gingen in einer
wunderschoenen, hellen Vollmondnacht, gingen bewusst langsam um uns
nicht am Anfang schon zu ueberlasten. Wir erreichten die Huette zwar
etwas später als erwartet, aber voll Unternehmungslust. Dort machten
wir uns Gletscher-ready, und starteten etwa eine halbe Stunde nach
allen anderen. Der Gletscher war angenehm, nicht zu steil, und die
Nacht wunderschoen. Wir gingen langsam und erreichten auch den Sattel
vor Sonnenaufgang. Und dann gings los. Wir kamen nur noch sehr langsam
vorwaerts, waren muede, merkten die Hoehe. Dave hatte starke
Kopfschmerzen, Rosche musste erbrechen und ich hatte sonst
Schwaecheanfaelle. So beschlossen wir, leider, aber sehr vernünftig,
weil auch schon die Zeit fortgeschritten war, kurz vor dem Gipfel
umzukehren. Wir waren schon auf 6000Meter, aber eben nicht auf dem
Gipfel. So eine dumme Idee werden wir nie wieder verwirklichen... Tja,
aber so lernt man :-).

An dem Tag war Thömi schon bei uns und wir waren nach diesem Erlebnis
so tod muede, dass wir geradewegs auch ins gleiche Hotel wieder gingen
und dort nach einer heissn Dusche super schlafen konnten. Ja, und dann
beschlossen wir, endlich, endlich mit unserer Busreise zu starten, und
das zu dritt. Der Plan war, morgens loszufahren. Naja, wir sind ja in
Südamerika, da geht alles etwas langsamer. So wurde es fünf Uhr
nachmittags, und wir fuhren nur noch gerade ca eine Stunde.
Dummerweise gings viel bergauf, da man von La Paz zuerst nach El Alto
muss, das auf gut 4000 Meter liegt. Nun, das Auto hatte schon hier
etwas Mühe und die Jungs mussten mal nachschauen, als der Camper
einfach nicht wieder anspringen wollte. Gut haben wir jetzt einen
Automech mit uns;-)! Wir übernachteten bei einem Bauern und konnten
hier frische Milch kaufen! Wir waren uns allerdings einig, dass sie
gepanscht war... Der nächte Tag begann gut, wir kamen einigermassen
vorwärts. Lustig war auch die Fähre, die wir mit dem Büssli nehmen
mussten. Nun, wir waren froh, dass sie nicht unterging ;-). Und dann,
ja, und dann begann der Aufstieg. Ca vier mal mussten meine zwei
Begleiter den Motor anschauen. Bis er dann explodierte. Anscheinend
war es ihm zu steil, oder keine Ahnung, auch Thömi, unser
VW-Mechaniker konnte nicht sagen was das Problem war. Klar auch, er
hat nie mit so alten Autos zu tun! Tja, was tun. Wir waren mitten in
der Pampa, weit und breit niemand, und nur alle 10 Minute kam ein
Auto. Wir hielten es an, und fragten, ob er uns abschleppen könnte
nach Copacabana. Es fehlten nur noch ca. 15 Minuten Autofahrt. Er
verneinte, liess aber mich und Thomas mit fahren. Wir versuchten dort
einen Mechaniker oder ein Auto zu finden, das uns abschleppte, fanden
aber nichts. Zum Glück fuhren der gleiche Autofahrere mit seinen zwei
sehr geduldigen, netten, kolumbianischen Gästen gleich wieder zurueck.
So kamen wir wieder zu Rosche und dem Bus. Dort erklärte sich der
Fahrer Egberto, uns bis zum Hafen zurück abzuschleppen. Er wollte
tatsächlich gar nichts dafür haben! Es gibt doch noch sehr
hilfsbereite Bolivianer. Am Hafen angekommen schoben wir das Auto mit
HIlfe der Marine etwas beiseite, wo wirs für 3 Franken am Tag stehen
lassen konnten. Thomas und ich fuhren am selben Abend nochmals zurueck
nach Copacabana, besuchten dort die Isla del Sol, und genossen die
gemütliche Atmosphäre des Ortes. Rosche fuhr währenddessen wieder
einmal nach La Paz um sich umzuschauen, ob es auf dem Markt einen
anderen Motor gibt. Thomas und ich kamen dann nach zwei Tagen wieder
zum Bus, wo wir glücklicherweise gerade einen Lastwagen fanden, der
sowieso und leer nach La Paz zurück ging. Wir verfrachteten also den
Bus wieder mit Hilfe der Marine und anderen Locals auf den Bus.
Zuweilen fanden wir es sogar lustig, denn auf der Fahrt konnten wir
hinten im Bus sitzen und jassen. Thömi hat es fast einen gegeben, als
er die "Sicherung" gesehen hat, es wurden einfach nur Steine hinter
die Räder gelegt! ;-). In El Alto mussten wir wiederum Helfer
zusammentrommeln, um das Auto wieder runter zu kriegen. Von da holte
uns unser Amigo Egberto wieder ab und schleppte uns zu sich nach
Hause. Er hat einen grossen Vorhof, dort war unser Auto sicher
aufgehoben, während wir wieder in unser Stammhotel gingen. Am nächsten
Tag hat uns Thömi einen riesigen Gefallen getan. Er erkärte sich
bereit, einen Tag seiner Ferien zu opfern und sich den Motor und alles
Drum und Dran azuschauen. Nach relativ kurzer Zeit sah er, dass der
Motor unreperierbar kaputt war. Ironischerweise haben unsere Verkäufer
vor ca 2 Monaten einen "neuen" Motor gekauft.... Toll. Wir bekamen von
unserem Schweizer Mechaniker eine Adresse eines anderen VW-Mechaniker
in El Alto. Dort gingen wir hin um uns zuerst einmal zu erkundigen.
Den Jungs hat die Werkstatt extrem Eindruck gemacht, ich war einfach
nur fertig. Thömi riet uns sehr ab, das Auto reparieren zu lassen,
auch wenn wir hier bestimmt einen guten Motor kriegen werden. Er fand,
es sehe sehr schlecht aus, und es könne ganz schnell wieder das
nächste kaputt gehen. Verkaufen wäre also das Vernünftigste gewesen.
Nur, wir haben schon soooooo viel Zeit, Liebe und Geld in den Umbau
und die Einrichtung investiert, dass wir fast nicht mehr zurueck
konnten... So entschlossen wir uns gegen alle Vernunft, und gegen
Thömis Empfehlung, nochmals recht viel Geld zu investieren. So steht
unsere "Mady" nun halt alleine in der Garage. Wir konnten nicht gut
beim Auto bleiben, denn Thömi ist ja hier, und wir haben ihm
versprochen zu reisen. Zudem hatten auch wir langsam aber sicher genug
von La Paz. Thömi hat unterdessen übrigens auch noch die Death Road
überlebt und war hell begeistert!

Also packten wir wieder unsere Rucksäcke und fuhren mit dem
öffentlichen Bus nach Sucre. Sucre ist die Hauptstadt von Bolivien, La
Paz ist nur Regierungssitz. Sucre liegt "nur" auf einer Höhe von
2800Meter und das Klima ist dementsprechend viel angenehmer. Wir
konnten tatsächlich mit Flipflop und Tshirt die Stadt anschauen. Sie
ist schön, alles ist in weiss. Wir stiegen auf den Mirador, also
Aussichtspunkt und fanden dort ein gemütliches Openair-Restaurant.
Dort verbrachten wir spielend einen ganzen Nachmittag. Sonst sind wir
nur noch Dinosauerierspuren anschauen gegangen. Das ist eine Wand, wo
man schon Spuren drin sieht. Sie behaupten, eine Schweizer Expedition
hätte die Echtheit bestätigt. Aber man lässt uns nicht nahe daran
gehen, wir müssen von weit weg einfach glauben was sie uns erzählen.
Ansosnsten haben sie einen kleinen Dinopark eingerichtet. Das ist noch
lustig, denn die Dinos sind in ihrer Realgrösse dargestellt. Aber
eben, umgehauen hats uns nicht.

Unsere nächste Station heisst Potosi. Von hier aus schreibe ich auch
den Blog. Potosi ist die höchste Grosstadt der Welt. Wir befinden uns
hier auf ca 4060 Meter. Es fand hier gerade eine grande Fiesta statt,
mit riesigem, nie enden wollenden Umzug. Am Samstag wars recht
traditionell, und am Sonntag dann moderner, und uns erinnerten die
halbnackten Chicas schon eher an Rio... Nur ist es hier einige Grade
kätler ;-)! Wir probierten natürlich auch das Hausbier; Potosina. Sie
werben damit, die höchste Brauerei der Welt zu sein. Keine Ahnung,
aber auf jeden Fall war das Bier gut;-). Interessant ist die Art, wie
die Leute die Umzüge schauen. Die sind nicht wie bei uns an der
Fasnacht eher zweitrangig, sondern extrem wichtig, also eigentlich das
Herzstück des Fests. So stellen sie Tribünen, Stühle, Sofas,...  auf,
und das auf der ganzen Strecke des Umzugs. Und als wir uns einmal
durch eine solche Stuhlreihe durchschlängeln mussten, wurden wir ganz
schön agepfuttert! Den nächsten Tag genossen wir an einer Lagune,
etwas ausserhalb der Stadt. Die Lagune hat 35 Grad warmes Wasser, das
war herrlich! Wir konnten endlich wieder einmal richtige Schwimmzüge
machen!! Es war schön, einen Tag so richtig ausspannen. Dumm war nur
der Wind, der uns unser Picknick etwas "verstaubte". Heute waren wir
auf der obligaten Minentour. Es gibt hier einen Berg, der Cerro Rico,
wo Silber, Blei und Zinn abgebaut wird. Der Berg hat 400 Mineneingänge
und muss dementsprechend wie einen schweizer Käse aussehen! Aber
anscheinend sei das kein Problem, das Gestein sei Vulkangestein und
fest. Dort wird noch so gearbeitet wie bei uns vor ca. 100 Jahren, mit
"Garretten" und Schaufen. Die Arbeiter verdienen ja nach dem, wieviel
Material sie zu Tage fördern. Da es auch giftige Stoffe wie Arsen und
Quecksilber dort hat, werden die meisten Minöre nicht älter als 45, 50
Jahre. Wir wurden für diese Tour eingekleidet mit Regenhosen, -jacke,
Gummistiefeln, Helm und Lampe. Natürlich durften die Geschenke für die
Arbeiter nicht fehlen, so mussten wir Cocablätter, den dazugehörigen
Aktivator, Alkohol, Zigaretten und Getränke kaufen. Wir durften auch
selber die Cocablätter mit Aktivator probieren. Es schmeckt nicht so
toll, und es schläft einem die Zunge ein. Aber Rosche fands toll und
stopfte sich immer noch mehr in den Mund, sodass er bald aussah wie
die Minöre, die ihre Münder teilweise nicht mehr zubringen, weil sie
soooo viele Cocablätter drin haben ;-)). So krochen wir dann
ausgerüstet in einer Mine herum. Viele Arbeiter hatten wohl noch einen
Hangover vom Fest am Wochenende, oder sie arbeiten immer so, aber viel
gearbeitet wurde nicht... Wir baten den "Tio", den Schutzgott (einen
Teufel) der Minöre um Schutz, dass uns nichts passiert. Das macht man,
in dem man Cocablätter und Alkohol über ihn schüttet (und achtung, nur
von rechts nach links, ja nicht umgekehrt!!) und ihm eine angezündete
Zigarette in den Mund steckt. Ansonsten sah man nicht so viel, einige
Arbeiter erzählten uns was sie verdienen, wie alt sie sind, wie lange
sie schon in der Mine arbeiten und wie viele Kinder sie haben. Aber
schon bald mussten wir wieder nach draussen. Die Gruppe von Thömi (er
hat die Tour auf Englisch gemacht, wir in Spanisch) haben am Schluss
noch eine Dynamitstange gesprengt. Wir haben leider nur im Inneren den
dumpfen Knall gehört. Im Grossen und Ganzen hat mich auch diese Tour
nicht umgehauen, aber das krasse sind halt die Arbeitsbedingungen, die
die Arbeiter haben. Sie sind den giftigen Stoffen jeden Tag
ausgesetzt, haben kein Tageslicht und arbeiten meist gebückt. Wir
möchten alle auf jeden Fall nicht tauschen!

Morgen dann geht unsere Reise weiter nach Uyuni. Ja genau, dort waren
Rosche und ich schon mal... Diesmal werden wir uns aber um gar nichts
kümmern, sondern eine Tour in die Salzwüste buchen! Wir wissen, dass
es sehr kalt wird, aber sicher auch wunderschön....Wir berichten dann
im nächsten Blog!

 

From sofra on Oct 5th, 2010

Tja ! was sellmer de dadezu nu säge ;-((( truuurig, truuurig. Aber hoffentlich chönd iers Unmögliche nu möglich mache und das "gälbe Biiiendli" wieder zum surre bringe ;-) muchissimo pacienzia e tener suerte !!!

From faebel on Oct 7th, 2010

schön wieder von Euch lesen zu dürfen!!!!!!!!oh nei, das tönt ja nicht gerade vielversprechend mit dem Bus, hoffe und wünsche euch ganz fest, dass das nun die letzten schwierigkeiten gewesen sind.