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Um den Titicacasee nach Bolivien

Written on: Sunday August 22nd, 2010

A journal entry from: America del Sur

Nachdem wir also wieder eine Kamera haben, sind wir wieder zurueck ins kalte Puno am Titicacasee. Dort erkundigten wir uns wie es waere auf der unueblichen Seite, also der Nordseite des Titicacasees nach Bolivien zu gelangen. Wir erfuhren, dass wir uns in ein Abenteuer begeben werden, und dass wir den Ausreisestempel in Puno schon holen muessen. So rannten wir dann von der Emigration zur Polizei, wieder zur Emigration, mussten Kopien machen.... Naja, aber nach ca 1.5 Stunden war der Marathon zu Ende und wir genossen noch einen schoenen Tag mit feiner Pizza. Ja, wir haben tatsaechlich eine Pizzeria gefunden mit super feiner Pizza. Das ist fuer Peru eine grosse Seltenheit ;-). Am naechsten Tag brachen wir auf, fuhren nach Juliaca. Dort hiess es, wir muessten zuerst nach Huancané, dort umsteigen um nach Moho, unser Ziel vor der Grenze, zu erreichen. Als wir dann in Huancané waren, hiess es, ja es kaeme dann schon irgendwann ein Bus, der kaeme direkt von Juliaca. Toll, wieso koennen einem die Leute nicht sagen, dass es Direktbusse gaebe??? So assen wir Queso frito mit Vollkornteigwaren (!!!!) auf dem Markt und warteten bis der komplett ueberfuellte Bus kam. Zum Glueck ging die Reise nur ca 1 Stunde. Dann kamen wir in Moho an und beschlossen dort zu uebernachten. Es war nicht mehr weit von der Grenze und unser Ausreisestempel war sowieso fuer den naechsten Tag. Das Kaff war erstaundlich belebt und wir fanden ein billiges Hotel, aber leider war es nicht sauber (die Bettlacken waren noch nicht gewechselt, als der Besitzer uns den Schluessel gab!!!) und es gab nur kalt Wasser. Aber es war halt auch das einzige Hotel, das wir finden konnten... Tja, man hat uns ja gewarnt, dass es ein Abenteuer werden wird! Wir stiegen noch einen Kreuzweg entlang auf einen Aussichtshuegel, von wo man super schoen auf den Titicacasee und die Umgebung sehen konnte. Wir fanden am Abend auch ein Restaurant, das uns fuer umgerechnet einen Franken Suppe, Hauptgang, Tee ohne Zucker und ein Dessert servierte! Wow, so muesste das in der Schweiz sein ;-). Wir fragten uns durch, wann am naechsten Tag denn ein Bus an die Grenze fahren wuerde. Das kann auch ganz schoen nerven, denn die einen sagen, ja, also es fahert nur abens um 8 Uhr einen. Aber die naechsten erzaehlen, dass am Morgen um 6 Uhr einer faehrt, andere behaupten, um 7, 8 oder 9 Uhr morgens, andere sagen, es gaebe montags gar keinen, wir muessten mit Mittwoch warten,... hmm, super, was tun? Da die meisten was von morgen frueh schwafelten, stellten wir uns einfach um halb 8 Uhr an die Strasse. Nach fast zwei Stunden warten in der Kaelte kam dann wirklich ein Bus. Der fuhr zwar nicht an die Grenze, aber ans Grenzdorf. Dort angekommen, hiess es, dass es keine Autos gebe, die ueber die Grenze nach Bolivien fahren. Rosche ging sich informieren, waehrend ich auf der Plaza mit dem Gpaeck blieb. Null komma ploetzlich war ich umgeben von ca 5 Maennern, die sehr freundlich mir helfen wollten, aber trotzdem nichts Brauchbares zu Tage foerderten. Ich frage mich, ob diese Maenner den ganzen Tag nichts zu arbeiten haben? Es standen so viele Maenner herum, plauderten, mit mir und untereinander, und das Vormittags um 11 Uhr! Schoen, so ein Leben, oder?? ( Nun gut, ich sage ja nichts, von wegen schoenem Leben ;-D) Auf jeden Fall gelang es Rosche nach langem Suchen einen Fahrer aufzutreiben, der uns fuer ca 23 Franken die eine halbe Stunde nach Bolivien brachte. Er sagte, er koenne uns nicht ganz zum Dorf fahren, da er keinen Pass besitze, aber er lade uns kurz vorher ab. Na gut, dachten wir, kurz laufen wird schon gehen. Zudem muessen wir einfach aus Peru, da wir den Stempel fuer den 9. August hatten. Unser teures Taxi brachte uns dann wirklich ueber die Grenze und hielt irgendwo im Niergendwo an. Bis hier und nicht weiter fahre er und liess uns aussteigen. Es seien hoechstens 10Minuten Gehzeit... Ich habe aber weit und breit weder ein Dorf noch ein Haus gesehen!! Toll, schon wieder verarscht! Mensch, das kann ja sooo nerven! Aber alles schimpfen bringt ja nichts, wir mussten unsere Sachen auf den Ruecken packen und losmarschieren. Nach ca 1 Stunde laufen erreichten wir dann doch noch das erste Dorf auf der bolivianischen Grenze und gingen direkt zur Polizeistation, die uns einen Zettel mit Stempel und Unterschrift uebergaben, der erklaerte, wann und wo wir ueber die Grenze kamen. So entschieden wir uns in dem Dorf zu uebernachten und erst am naechsten Tag nach La Paz zu gehen. Wir fanden eine extrem billige Unterkunft (ca 3Fr fuer beide), die aber wirklich billig war. Das Bett war nicht wirklich ein Bett, ohne Matrazte, es gab keine Dusche, nicht mal eine Kalte... Tja, aber was sollst. Suchen wir mal was warmes zum Nachtessen, da es hoellisch kalt war. Aber schoen ist, dass es in Bolivien eine Stunde weniger Zeitverschiebung ist zur Schweiz, und somit eine Stunde spaeter dunkel wird als in Peru. Nun, wir fanden nur so ein komisches Restaurant, wo es nur Pollo und Pommes gab. Ich wollte natuerlich kein Polle, und fragte, ob ich etwas mehr Pommes haben kann. Er gab mir gerade mal zwei Pommes mehr, und wollte schlussendlich den gleichen Preis fuer mein Essen wie fuer das von Rosche. Zudem war es sehr wenig, schon alt und abgestanden und wir waren nicht wirklich gewaermt oder gesaettigt. Enttaeuscht gingen wir zurueck ins "Hotel" und ich hatte eine Megakrise, wollte so schnell wie moeglich nach Hause in die Schweiz, wo auch alle Versprechen eingehalten werden, wo man sich auf die Leute verlassen kann. Zum Glueck kam dann der naechste Tag, wir fanden feines frisches Brot und einen Bus, der uns in 4 Stunden nach La Paz brachte. Wir staunten ueber den absolut billigen Preis (vier Sund Bus fahren fuer zwei Personen mit Gepaeck: 4.50fr) und liessen uns in einem Hostal nieder. Wir erkundeten die Stadt etwas (La Paz ist nicht die Hauptstadt, aber der Regierungssitz von Bolivien), machten eine Touristatdrundfahrt und beschlossen kurzfristig, mit unseren zwei franzoesischen Freunden, die wir in Cachora, Peru, kennenlernten, in die Berge zu fahren. So hiess es fuer uns eine Agencia suchen, die Material vermietet. Zufaelligerweise landeten wir in einem Buero eines Schweizers. Er redet sehr gerne (kann uns auch viele Tipps geben!) und es dauert immer Stunden, wenn wir in seinen Laden stuerchlen ;-). Aber er verlieh uns gutes Material zu einem sehr guten Freundschaftspreis und wir brachen am naechsten Tag mit unseren Freunden auf mit dem Taxi nach Tuni. Das ist ein kleines Dorf, wo man Esel mieten kann, um ins Basislager zu kommen. Wir, also Rosche und ich, wollten Esel und begannen zu verhandeln. Aber natuerlich war das nicht so einfach. Zuerst hiess es, es waere zu viel. So begannen wir umzupacken. Als wir fertig waren, hiess es nun, die Esel seien gegangen, es sei nun zu spaet (wir haben die Esel schon gehen sehen, aber mit anderen Leuten!). Schon wieder wurden wir verarscht von den Lateinamerikanern. Wuetend und enttaeuscht luden wir uns also alles auf den Ruecken und gingen los. Rosche hatte sicher ueber 20kg auf dem Ruecken... Aber gut, nach nur ca 2.5 Stunden gehen mit sehr wenig Aufstieg erreichten wir das Camp. Die Kueche konnten wir zum Glueck mit den Franzosen teilen, aber wer uns kennt weiss, dass wir viel Essen dabei hatten, was natuerlich ebenfalls schwer war. Nun gut, so heisst es also, vergessen was geschah und uns vorbereiten auf den naechsten Tag. Plan: 2.30 Uhr aufstehen, 3.30 Uhr loslaufen Richtung Pequeño Alpamayo. Gesagt getan. Nach einigem Wegsuchen gelangten wir auf den Gletscher, und auch dort hiess es Weg zwischen den Spalten suchen. Bei Sonnenaufgang erreichten wir den Sattel und fragen uns, wo es wohl weiter geht! Wir sahen einfach keine Spuren mehr. Es ist auf diesem Gletscher auch sehr schwierig Spuren zu sehen, da der Gletscher nicht eine Flaeche ist, sondern solche komischen Spitzen hat (ich kann das nicht erklaeren, schaut euch die Fotos an!), was extrem muehsam ist zum laufen. Nun, laut beschreibung musste noch einen Huegel erklommen werden, um dann den Berg zu sehen. Wir stiegen also etwas steil auf und oben angekommen wurden wir von einer anderen Gruppe ueberholt. Es haette also einen einfacheren Weg gegeben... ;-) Auf jeden Fall hatten wir nun Aussicht auf den Berg. Man muesste nun nochmals etwas absteigen, um dann recht steil wieder aufzusteigen ueber den Grat. Wir standen unschluessig dort, da wir je nur einen Pickel mit hatten. Nach einigem Hin und Her entschlossen wir uns gegen den Aufstieg. Wir suchten in den Flsen ein Windschattenplaetzchen und machten Bergkino; soll heissen, wir beobachteten, wie sich die anderen mit dem Austieg abmuehten. so wies aussah wars glaub nicht ganz einfach, und wir waren froh, den Aufstieg nicht gemacht zu haben. Wir sassen geschlagene zwei Stunden friedlich auf diesem Fels und genossen die Ruhe und die Sonne. Als wir uns wieder zum Abstieg entschlossen, kamen uns drei Kanadier entgegen, die erst jetzt auf den Vorgipfel kamen. Und von dort sind es sicher nochmals zwei Stunden bis zum Gipfel! Und dann wieder 5 oder 6 Stunden zurueck... Nun, sie haben uns nachher erzaehlt, sie waeren auch nicht auf den Gipfel gestiegen.


Nach einigem Hin- und Her entschieden wir uns, am naechsten Tag auf den Condoriri zu steigen. Das ist ein Berg, der Aussieht wie ein Condor, mit Kopf und zwei Flueglen. Der Cabeza (Kopf) ist mit knapp 5700 Metern der hoechste, der Ala isquierda (linker Fluegel) der zweithoechste und der Ala derecha (rechter Fluegel) der dritthoechste. Da es wegen der Klimaerwaermung zu wenig Schnee und Eis hat, sind die Felsen ziemlich locker. Unsere zwei franzoesischen Freunde stiegen auf den Cabeza, aber sagten uns, es sei eher gefaehrlich, keine schoene Kletterei und man koenne sich niergens sichern. Sie erzaehlten uns aber, das der rechte Fluegel sehr einfach zu besteigen sei. So hiess es am naechsten Tag wiederum um 2 morgens aufzustehen, und um 3 Uhr loslaufen. Der Anstieg war heavy, und wir waren sicher drei Stunden steil aufwaerts unterwegs, bis wir zum Gletscher kamen. Es war schrecklich, steil, viel Geroell und Sand. Der Gletscher war dann ebenfalls nicht so toll, wie schon am Tag vorher. Aber wir erreichten dann doch den Gipfel, der ein schoenes Schneegraetchen war. Wir picknickten friedlich auf den Felsen, genossen die Aussicht auf den Urwald (leider ist das alles nur Nebel, also sahen wir einfach ein riesiges Nebelmeer ;-). Ausser vier anderen Leuten, die gerade hoch kamen als wir wieder abstiegen, sahen wir niemanden. Herrlich. Klar waerden wir gerne die Felsen auf den Cabeza hochgeklettert. Aber die Sicherheit ging auch an diesem Tag vor. Aber obwohl wir beide Gipfel, die wir urspruenglich besteigen wollten, nicht machen konnten, hatten wir zwei schoene Bergsteigertage. Es gaebe hier in der Umgebung ebenfalls einige 6000er, die man besteigen koennte. Darunter ein ganz einfacher und einer etwas schwieriger, der aber hoeher waere als der hoechste, den wir bis jetzt gemacht haben, also ueber 6400m! Das ueberlegen wir uns noch, vielleicht besteigen wir den noch. Wir haben einen peruanischen Bergfuehrer, der eine deutsche Freundin hat und der in Peru und Bolivien fuer Deutschland arbeitet (Mirco und Igor, erinnert ihr euch, der, der den Klettercontest organisert hatte!!!) hier in La Paz per Zufall getroffen und er hat gesagt, der Berg sei etwa gleich oder etwas einfacher als der hoechste den wir in Peru gemacht haben. Also denken wir, dass wir das schaffen koennten... Mal schauen. Zuerst haben wir noch andere Missionen hier, aber dazu dann im naechsten Blog.

Hier in La Paz haben wir von unseren zwei Franzosen ihr Zelt abgekauft. Es war etwas teuer fuer das dass es schon so lange gebraucht wurde, aber dafuer ist es Top-Schweizerqualitaet. Nun fehlen uns noch zwei Maetteli, zwei Schlafsaecke und einen Kocher und wir sind fit fuer Trekkings, ohne alles Material mieten zu muessen!!! Cool! Wir freuen uns schon riesig auf die folgenden Trekkings.

Wir sind auch einige Male mit Freunden Essen hier. Einmal waren wir mit drei Franzosen und einer Argentinierin unterwegs. Alle sprachen Spanisch wegen ihr, was super war. Wir hatten wieder einmal einen lustigen Abend mit viel Bier. Mit zwei Kanadier (wobei er eigentlich Deutscher und sie Neuseelaenderin ist) verbrachten wir schon viele Essen und Shoppingstunden. Die zwei sind super. Und mit ihnen ueben wir wieder mal Englisch, was eigentlich auch gar nicht so schlecht ist. Von ihnen dann auch mehr im naechsten Blog. An einem anderen Abend gingen Rosche und ich Schreck 4 schauen. Naja, wir waren nicht ueberaus begeistert. Klar wars in Spanisch (die Verkaeferin der Tickets hat uns extra darauf aufmerksam gemacht ;-D) und wir haben vielleicht nicht ganz alles verstanden, aber vieles. Folgen 1 und 2 waren definitv besser. Jetzt moechten wir noch Toystory in 3D schauen, kostet hier 6 Franken! So entdecken wir die Vorteile einer Stadt: Kino, jede Menge unterschiedliches Essen (Thai, China, Arabisch, Israelisch, Amerikanisch, Bolivianisch, Italienisch...), viele Souvenirs zu kaufen, riesengrosse Maerkte (Uff, ich koennte einfach alles kaufen!!! Wer kommt uns mit riesigen leeren Taschen besuchen??????;-D), frische billige Fruechte und Fruchsaefte, viele nette Leute, guenstige, gute Hotels mit richtig heisser Dusche... Das einfach mal so zur Abwechslung. Wir werden wieder mehr aufs Land kommen, sobald wir La Paz verlassen. So, im Moment gibts nicht mehr so viel zu erzaehlen.

 

From faebel on Aug 22nd, 2010

manchmal bracuht man glaube ich nicht viel zu sagen: EINFACH EINDRÜCKLICH!!!!!!!!

From mirco on Aug 23rd, 2010

@foto42: dieser berg heisst matterhorn ;-) (in zehn jahren ohne schnee...) coole dinge die ihr da so treibt :-) täuscht das oder schauen die gletscher in bolivien wirklich ihrem ende entgegen :-(

From cris und rosche on Aug 26th, 2010

@mirco: gut beobachtet ;-)) ja, leider sieht es so aus, als ob die Gletscher nicht mehr so lange durchhalten wuerden ;-( schade schade! Die Gletscher in Peru waren definitv noch mehr und auch schoener.

From Hans von Chur on Aug 28th, 2010

Dem Eis mit den komischen Zacken sagt man "Büssereis" oder "Nieve de los Penitentes". Soll eine unangenehme Sache sein! Wünsche weiterhin viel Glück und Erfolg bei eueren Abenteuern! Liebe Grüsse

From maestro Rana on Aug 30th, 2010

Wunderschöne Fotos, ihr treibt es ja voll wild!!! Stark eifersüchtig bin ich auf euch!!!!

From cris und Rosche on Aug 30th, 2010

@Hans: Danke fuer die Info!! Ja, sie sind wirklich unendlich muehsam, zum Glueck haben wir diese Dinger in der Schweiz nicht ;-) @maestro: sooo wild nun auch wieder nicht :-) Komm uns einfach besuchen, wir freuen uns ueber jede/n der kommt!!!