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Von Cusco nach Puno

Written on: Saturday August 7th, 2010

A journal entry from: America del Sur

 Eigentlich ist ja Cusco DIE Stadt um Ruinen anzuschauen. Da wir aber schon soooo viele Ruinen gesehen haben, entschieden wir uns gegen das Boleto Turistico, mit dem man viele Ruinen anschauen koennte. (Ich, Cris, hab ja sowieso schon viele dieser Ruienen gesehen, siehe Blog Cusco :-D). So nahmen wir es in der Inka-Hauptstadt gemuetlich und genossen den Tag ueber das herrlich warme Wetter (aber in der Nacht ist es empfindlich kalt.... aber nicht sooooo kalt wie ihr das anscheinend in den Nachrichten hoert). Wir unternahmen einen dreistuendigen Ausritt zu dem Templo de la Luna (doch noch eine Ruine ;-D) wo ein junger Typ Didgeridoo spielte. Wow, es fibrierte die ganze "Hoehle", das war wahnsinn! Aus dem Verhalten dieses Typs (alle sind hermanos, also Brueder, usw...) schlossen wir, dass er wahrscheinlich auf Droge San Pedro (eine natuerliches Haluzinogen) war. Denn in diesem Tempel werden immer wieder San Pedro-Zeremonien durchgefuehrt. Super war auch, dass da noch so ein anderer Typ war (nicht auf Droge), der einfach so fragte, ob er nicht auch einmal Didgeridoo spielen duerfe. "Claro, hermano!" Uff, und dann gings los! Der konnte spielen! Ein x-faches besser als der andere. Wir, ca 5 Leute, waren hin und weg. Sowas haben wir echt noch nie gehoert.  Spaeter gings dann noch zu einem Hoehlensystem in Granitgestein. Es sind insgesamt 36 Hoehlen, sehr eindruecklich. Vermutlich wurden diese Hoehlen ebenfalls fuer Zeremoniene, Rituale und Opfergaben gebraucht. Aber genau wissen wir das nicht.
Als wir so durch die Strassen schlenderten, entdeckten wir ein ganz kleines Vegirestaurant. Es gab da Mittagsmenues, extrem billig und extrem fein! Es wurde was zwischen Indisch und Peruanisch gekocht, denn die Besitzerin ist Mitglied der Hare Krishna. so pilgerten wir jeden Tag um die Mittagszeit hoch zu San Blas und assen mit all den Aussteigern, die den Platz San Blas bevoelkern und ihre Handwerke verkaufen. So viele Rastas sieht man wahrscheinlich nicht mal in Jamaica auf einem Haufen ;-))!

Natuerlich besichtigten wir auch die verschiedenen Gassen und Strassen, wo die Grundmauern Inkabauten, und oben drauf Kolonialstil. Auch genossen wir die Aussicht auf die Stadt vom "Cristo Blanco", einem Mirador. Da wir auch keine Lust auf Museen hatten, gings nach drei Tagen schon wieder weiter nach Puno. Um dort hin zu gelangen, fuhren wir -extrem untypisch Cris und Rosche- in einem Touribus!!! (Sorry fuer die, die den Blog von Mirco und Raña noch im Kopf haben, die haben dasselbe gemacht, nur auf die andere Seite!) Der zwar etwas mehr kostete, aber wir hielten an verschiedenen sehenswerten Stationen an und bekamen ein Mittagsbuffet. So sahen die, die wollten (wir nicht) in Andahuaylillas eine Kirche, die sie die "sixtinische Kapelle Suedamerikas" nennen. Zweiter Stopp war Raqchi, eine, riesige, hohe (Inka?-)Tempelanlage. Im Reisefuehrer steht, es sei Praeinka, weil es Saeulen und runde Haeuser hatte, die fuer die Inkas nicht typisch waren. Der Reisefuehrer allerdings behauptete, es sei Inka... Naja, auf jeden Fall war es sehr eindruecklich! Kurz darauf hielten wir noch fuer Fotos mit Alpacas und man konnte Artesanias und Silberschmuck kaufen, der anscheinend echt und hier hergestellt werden soll. Nach einem uepiggen Mittagsbuffet (auch fuer mich hatte es allerlei fleischlose Sachen!) gings weiter ueber den Pass La Raya (4300MueM) und man konnte Fotos machen. Fuer einige natuerlich der "Hoehepunkt" ihrer Perureise, fuer uns Peanats ;-)! Aber man konnte man den Berg sehen, wo die Fluesse fuer Atlantik wie auch Pazifik entspringen. Unter anderem auch der Urubamba, der dann nach ca 1500 Kilometern zum Amazonas wir. Der letzte Halt war in Pucara, einem kleinen Dorf mitten im Altiplano. Dort gingen die anderen in ein Museum, wir jedoch bestaunten wieder mal Ruinen. die aussahen wie Swimmingpoole.  Und extrem puenktlich kamen wir dann in Puno an. Uff, ist es hier kalt!!!! Vorallem Nachts brauche zumindest ich lange Unterhosen und viele Schichten Pullis. Wobei auch ich (wie Mirco und Igor) uebergluecklich bin, eine Daunenjacke dabei zu haben (nur leider nicht so dick wie ihre). Lustig sind die Preise hier. Wir haben hier in Puno ein Hostal gefunden, das fuer den gleichen Preis, den wir in Cusco bezahlten, extrem viel mehr Leistung haben. Das erste mal, dass wir Fruehstueck aufs Zimmer bekommen und uns gebetted wird auf unserer Reise ;-))!! Es fehlt eigentlich nur die Heizung...

In Puno besuchten wir -- das obligate Programm, und wir lassen uns im Moment alles etwas organisieren -- zuerst die schwimmenden Inseln Uros. Dort leben die Leute (hauptsaechlich fuer die Touris) wie zu Inkas-Zeiten auf schwimmenden Schilfinseln. Heute allerdings haben sie Solar-Pannels um fernsehen zu koennen. Nur ca 30 Prozent gehen abends aufs Festland zurueck. Und dies nur, um ihre Kinder in die Schule schicken zu koennen. Die Uros sprechen Aymara, eine weitere "Ur-Sprache" Perus. Es gibt noch mehr von diesen Inseln, die man aber nicht besuchen kann, da sie abgeschottet leben wollen. Uebrigens sind die Inseln, die man besuchen kann, in Nord- und Suedinseln eingeteilt. So kann man den einen Tag nur die Suedinseln besuchen, den anderen Tag nur die Noerdlichen. So haben sie doch noch etwas Privatsphaere und Zeit um Artesanía herzustellen. Nach weiteren zwei Stunden Bootsfahrt gelangten wir zur Insel Taquile. Dort leben die 2000 Inselbewohner (die uebrigens Quechua sprechen) in friedlich miteinander. Wir kamen mitten in das jaehrliche, zweiwoechige Fest, mit viel Bier, Taenzen und Artesanía. Das Spezielle an dieser Insel sind die strickenden Maenner. Ein Mann ist hier nur ein Mann, wenn er richtig stricken kann!! so lernen es schon die kleinen Buben. Ja, und die Frauen, die Weben und wurden von UNESCO ausgezeichnet, die besten Hand- Webarbeiten weltweit herzustellen.

Weiter besuchten wir das "Schiff-Museum" Yavari. Dies wurde im Jahre 1862 in England gebaut, um das Kaphorn herum geschifft, in Chile, nahe der Peruanischen Grenze in Einzelteile zerlegt, mit dem Zug nach Tacna, Peru gebracht, und dann von Menschen und Maultieren ueber die Anden nach Puno gebracht. Das dauerte ganze 6 Jahre! Lange fuhr es nicht mehr, war ziemlich zerlottered, bis man in den 80er oder 90er Jahre wieder anfing das Schiff zu renovieren. Im Moment ist es ein cooles Museum und sie hoffen, es bis in drei Jahren wieder richtig fahrtauglich zu machen. Rosche brachte man fast nicht mehr aus dem Maschinenraum heraus, der anfaenglich mit Dampf, spaeter mit Diesel funktionierte. Nun weiss ich, wohin ich ihn schicke, wenn ich mal meine Ruhe haben will ;-). Aber es war wirklich toll, auch die anderen Anlagen. Schon nahe am Verhungern erklommen wir x-tausend Treppenstufen, um auf den Mirador del Condor zu gelangen. Oben mussten wir zuerst unsern Hunger stillen, bevor wir die traumhafte Aussicht auf Stadt, See, Islas flotantes, bis nach Bolivien die schneebedeckten 6000er geniessen konnten. Diese Berge werden wir naechstens etwas naeher betrachten koennen, da wir vor haben, den See auf der unueblichen Seite zu umfahren. Mal schauen ob das klappen wird, denn an der dortigen Grenze hat es keine Kontrollstation... Wir werden sehen. Ausserdem wollte Rosche rausfinden, warum ich immer so kalt habe, auch wenn doch die Sonne angenehm waermt. So nahm er sein Thermometer und legte es an den Schatten. Resultat: ca 16 Grad. Dann wurde das Geraet an die Sonne gelegt und war schnell bei 37 Grad!!! Wahnsinn, wie stark die Sonnenstrahlungsenergie ist!

Uebrigens war am 28. Juli der Nationaltag Perus. Es war unglaublich; ein riesiges Aufgebot an Militaer und Polizei, alle perfekt in Reih und Glied, versteht sich, und in diesen laecherlichen Gleichschritten... Naja, sehr patriotisch, dieses Land! Bei einem Spaziergang durch die Stadt entdeckten wir mehrere Staende und einer, der    
was durch ein Mikrofon rief. Erst dachten wir, er will irgendwelche Artesanía oder weiss was verkaufen. Dann sahen wir, dass es sich um Solar- und Thermozellen fuer Strom- und Warmwasserenergie! Super, nicht?? Auch Peru macht Fortschritte!!! Und wie wir ja nun wissen, bringt die Sonne hier extrem viel Energie. Vorallem scheint sie ja auch so viel!


Morgen gehts nochmals etwas in tiefere Lagen, nach Arequipa und seinem Colca Cañon.

 

From maestro Rana on Aug 9th, 2010

Super Berichte und toole Fotos!!! Ich bin wieder zuhause, jetzt geht es langsam wieder ans Arbeiten. Geniesst es weiterhin, ihr macht euch ein schönes Leben, ich beneide euch schon ein wenig... Wer aber nicht;)))