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Trekking in der Cordillera Huayhuash (Huaraz Teil III)

Written on: Wednesday June 2nd, 2010

A journal entry from: America del Sur

by Gastschreiber

Unser ursprüngliche Plan ist die Alpine Route zu begehen. Diese ist nicht sehr bekannt. Sie geht sehr nahe an die Berge und die Esel sowie der Eseltreiber müssen aussen herum. Wir werden mit dem Arriero zusammen schauen, wie wir das Timing sinnvoll gestalten können. Die Route verläuft in Gegenrichtung zur Normalroute und hat lediglich eine Handvoll Camps mit ihr gemein.

 

Tag 1:

Unser Lieblingstaxifahrer Marcial fährt uns früh morgens nach Llamac. Die Fahrt dauert knapp vier Stunden. Die Heizung funktioniert nicht und die Strasse führt über einen Pass. Alle Scheiben sind dick zugefroren und Marcial kann sich nur mit fortwährender Handtuchwischarbeit ein kleines Guckloch freihalten. Die Strassen werden zunehmends schlechter und plötzlich muss Marcial den Wagen stoppen. Ein Erdrutsch hat ordentlich Schlamm auf die Strasse befördert. Wir müssen aussteigen und einige Meter zu Fuss gehen. Die kurze Strecke reicht für Roger aus, seinen Schuh komplett schlammbraun einzufärben und zu durchnässen. Er ist sehr effizient in solchen Dingen. In Llamac müssen wir erst mal 15 Soles abdrücken, die Passiergebühr. Unser Arriero (Eseltreiber) Alejandro erwartet uns bereits und stellt sich mit "Alicio" vor. Eindruck: sympathisch. Er beäugt kritisch unsere Nahrungsvorräte und das restliche Material. Er teilt uns mit, dass er nicht drei Esel, sondern vier Esel und ein Pferd benötigen würde und dass er lieber die normale Route in die normale Richtung gehen würde. Nicht mehr ganz so sympathisch. Wir bestehen darauf, in die Gegenrichtung zu gehen und einigen uns darauf, den Rest der Route im ersten Camp zu besprechen.

1200 Höhenmeter liegen vor uns. Wir gehen vor, denn Alicio muss die Esel noch beladen. Der Weg wird immer steiler. Wir erwischen eine falsche Abzweigung und kämpfen uns zwischen Kakteen und Dornen weiter nach oben. Wir haben versehentlich den direktesten statt den bequemsten Weg gewählt. Vor dem Pass verweilen wir zum Lunch. Lektion: Schokolade nie an der Aussenseite des Rucksacks platzieren. Weiss doch jedes Kind. Wir nun auch. Alicio holt uns ein und wir dürfen mit ansehen, weshalb man Esel zuweilen als störrisch bezeichnet. Oben angekommen setzt sich mein linkes Bein zur Wehr. Fünf Wochen Entlastung zeigen ihre Wirkung, die Muskeln sind leer und das Bein will nicht mehr. Ich muss langsamer gehen, Cris bleibt bei mir, die anderen eilen voraus. Bloss eine endlos erscheinende Ebene trennt uns noch von der Lagune, an deren Ufer sich das Camp (4400m) befindet. Wir schaffen es noch vor Einbruch der Dunkelheit ins Camp in Incahuain, welches an der Lagune Jahuacocha liegt.

 

Tag 2:

Zwei Probleme: Mein Bein und Alicio. Wir können die ursprünglich geplante Route nicht einschlagen. Während wir 2 Tage für den Abschnitt geplant haben, würde Alicio mit den Eseln aussenrum 3 Tage brauchen. Aber vor allem glaube ich nicht daran, dass ich in der Lage bin, die nächsten beiden Tage mit wesentlich mehr Gepäck sinnvoll zu meistern. Also gehen wir die Standardroute, natürlich nicht zum Entzücken aller Teilnehmer. Es sind wieder ähnlich viele Höhenmeter zu bewältigen.Trekking durch grüne Gegenden und nicht sehr viel Bergsicht. Meine Beine funktionieren bereits wieder sehr gut. Aber Mirco hat heute Mühe. Er kämpft mit einer Hungerast. Die Überschreitung des Llaucha Punta und des Tapush Punta scheint sich für ihn endlos hinzuziehen. Wir legen gut 13 Km zurück. Alicio hat sich entschieden, auf einer verlassenen Anhöhe in der Nähe von Huatiaq zu campieren. Wir nutzen die letzten Abendstrahlen, um uns im nahegelegenen Bach zu waschen. Wir sind ganz alleine und können die unglaublich leuchtenden Sterne bewundern. Es verspricht eine kalte Nacht zu werden. Mirco und ich haben bereits einstimmig beschlossen, dass unsere Daunenjacken das wertvollste Equipment auf dieser Tour bilden.

 

Tag 3:

Mit dem Morgen kommt die Sonne, aber ihre Strahlen erreichen uns noch nicht. Das ist leider fast auf der ganzen Tour so. Die Wolken ziehen jeweils erst im Verlaufe des Nachmittags auf und verschwinden nach einsetzen der Dunkelheit auch wieder. Wir stehen auf. Die Zelte sind gefroren. Wir lüften unsere Schlafsäcke aus und stärken uns mit einem Frühstück im Küchenzelt. Wie immer trinken wir reichlich Coca-Tee. Einzig Alicio ist nicht da und wir können ihn auch nirgends entdecken. Etwas später taucht er auf und erklärt uns, dass er bis ins Tal runter gestiegen ist, da sein Pferd ausgebüchst sei. Er hat es nicht gefunden. Er vermutet, dass es sich weiter talabwärts befinden wird.

Wir räumen alles zusammen und gehen schon mal voraus. Heute legen wir 15km zurück und vernichten einiges an Höhe, um dann wieder langsam aufzusteigen. Es sind alle ziemlich fit und wir kommen schnell voran. In Huayllapa legen wir einen kurzen Halt ein. Ich gehe mit Roger ins Dorf runter, um mehr Brot und Zucker zu kaufen. Und noch ein par Guetzli, damit es auch ganz sicher genug hat. Nebenbei erfahren wir dank Roger's Neugierde, dass Alicios Pferd gefunden wurde und bei Verwandten weilt. Wir gehen zu den anderen beiden zurück und machen uns zu dritt auf den Weg, denn Roger will noch auf Alicio warten. Alicio lässt sich viel Zeit im Dorf. Roger ist nicht besonders darüber erfreut, denn wir wollen eigentlich weiter gehen als dies Alicio zu tun bereit ist. Wir entschliessen uns, einfach schnell vorauszugehen und ihn so zu zwingen, die gleiche Strecke zurückzulegen. Unterwegs treffen wir Einheimische, die uns vor falschen Abzweigungen bewahren oder sich sonst mit uns unterhalten. Die Leute sind unheimlich nett und reden gerne. Sie sprechen Spanisch, aber ihre eigentliche Sprache ist Quechua. Wir lassen alle wissen, dass Alicio unser Arriero ist und dass wir noch ein Stück weiter gehen. So kommen wir ganz knapp vor dem Regen zu unserem Ziel, wieder mit Alicio und den Eseln sowie dem Pferd vereint, und schaffen es gerade noch, unsere Zelte im Trockenen aufzustellen. Erst einige Stunden später klar es wieder auf.

 

 

Tag 4:

Heute und morgen wollen wir komplett solo gehen. Wir wollen über den San Antonio Pass nach Cutatambo, dort zelten, und dann über den Trapecio Pass direkt bis nach Huayhuash gehen. In Huayhuash wollen wir Alico wieder treffen. Zwei Tage, viel Höhe, einiges an technischem Material, da die Route teils über Gletscher führt, Proviant, das Zelt, Kocher und Benzin - es kommt allerhand zusammen. Alicio schickt einen Verwandten für die ersten Kilometer mit uns mit. Dieser soll uns den Weg zu einem noch schöneren und für den restlichen Routenverlauf besser geeigneten Pass zeigen. Wir finden den Einstieg. Es geht über Schuttfelder nach oben. Wir entscheiden uns dafür, ein wenig rechts zu halten. Ein Fehlentscheid. Auf knapp 5200m müssen wir erkennen, dass wir einige hart erarbeitete Höhenmeter liegen lassen müssen. Das gehört manchmal dazu, erfreut aber nicht alle TeilnehmerInnen (hier ist eine korrekte Gleichberechtigungsform besonders wichtig). Die Rucksäcke ziehen schwer an den Schultern. Roger ist bereits beladen wie ein Maulesel, Mirco trägt das Zelt und ist noch nicht bei 100% seiner Leistung, so nehme ich Cristina etwas Gewicht ab. Wir quälen uns die Schutthalde hinauf. Oben bietet sich uns ein Hammerausblick: Sarapo, Siula Grande (der Joe Simpson Berg) und weiter hinten der Yerupaja, sowie die Juraucocha und die Sarapococha. Wir sind überwältigt.

Wir haben nur mein Tunnelzelt dabei, welches nicht selbststehend ist. Roger meinte, es sei kein Problem, er schlafe schon im Vorzelt und es sei wichtig, möglichst viel Gewicht zu sparen. Ich bin skeptisch. Vor allem auch, weil das Zelt mindestens vier Abspannpunkte benötigt, um überhaupt irgendwie vernünftig zu stehen. Also suchen wir einen Platz, der sich gut eignet. Weit über der Lagune scheint sich eine grüne Wiesenfläche zu befinden. Also los. Glücklicherweise liegt sie sogar auf der für morgen geplanten Strecke. Unter einem Fels finden wir eine Fläche, die ganz knapp und mit etwas Pickeleinsatz für das Zelt reicht. Cristina ist sehr müde und legt sich direkt ein wenig hin. Wir kochen, geniessen die geniale Abendstimmung und amüsieren uns über Roger, der sich als Kuh(ver)treiber hervortut. In der Nacht kommt starker Wind auf und beschert dem einen oder anderen eine ziemlich kurze Nacht.

 

Tag 5:

Über grosse, abgeschliffene Felsen führt der Weg nach oben. Mirco und ich gehen etwas voraus. Die Berge sind zum Greifen nah. Wir entschliessen uns dazu, einen etwas spezielleren Weg zu nehmen. Wir montieren die Steigeisen und seilen uns an. Statt über den Trapecio Pass gehen wir direkten Weges über den Trapecio Gletscher. Am Ende der Gletscherzunge schauen wir zurück und sind ziemlich beeindruckt von unserer Routenwahl. Es beginnt zu nieseln. Wir kämpfen uns über endlose Moränen bis zu einer Grünfläche hinunter, und von da aus ziehen wir sehr direkt bis Huayhuash. Alicio wartet bereits auf uns und berichtet, dass er einen Esel zurücklassen musste, weil dieser lahmt. Der Solotrip war anstrengend aber schön. Wir waschen uns alle im eisig kalten Fluss, leider wie so oft ohne Sonne.

Erwähnenswert ist noch, dass wir jeweils selber kochen. Vor allem Roger und Cristina geben jeweils vollen Einsatz, aber natürlich auch Mirco. Ich hatte vor allem am Anfang der Tour öfters den Verliererplatz (konnte nicht auf eine Kiste sitzen, sondern auf dem Boden beim Zelteingang), und so gab es sich, dass ich mich bezüglich Kochen etwas zurückzog und die anderen, zentraler platzierten Zeitgenossen walten liess. Danke nochmals an dieser Stelle. Alicio ist immer froh, wenn wir irgendeine Arbeit für ihn haben. Ich glaube, er ist sich nicht gewohnt, dass die Leute selber kochen wollen. Meist scheint es ihm ehrlich gut zu schmecken, denn er verputzt ganz ansehnliche Mengen.

 

Tag 6:

Wir einigen uns darauf, der Gemütlichkeit halber einen Tag mehr anzuhängen. So entscheiden wir uns abermals für die Alpin-Variante und lassen Alicio aussen herum gehen. Heute ziehen die Wolken bereits am Vormittag auf. Über ausgedehnte Moos-Sumpf-Felder und an einer wunderschönen, mit Vögeln übersäten Lagune geht es über den Siula Punta. Die Landschaft ist schön, obwohl wir noch nicht so nah an den Bergen sind. Wir begegnen, wie auch sonst im Huayhuash, Unmengen von Israeli. Von den Einheimischen werden sie nicht gerade geschätzt, obwohl sie Geld bringen. Wenn die Peruaner uns fragen, woher wir sind, sagen wir jeweils "Somos de Suiza, no de Israel" (oder so ähnlich), und die Leute werden gleich viel freundlicher. Und beginnen zu lästern :-) Hinter dem Pass bietet sich eine wundervolle Aussicht auf drei hintereinander liegende Lagunen, umgeben von hohen Bergen. Wir erklettern einen Felsen oberhalb eines Miradors (Aussichtspunkt). Die Wolken stehen zwar tief, aber die Aussicht ist trotzdem wunderschön. Kurz darauf überrascht uns beim Mittagessen ein Nieselregen, der aber nur von kurzer Dauer ist. Wir gehen weiter und werden Zeuge der sich rasch verändernden Landschaft: wir hören und sehen dauernd Gletscherabbrüche und Felsstürze, gehen über einen gewaltigen Erdrutschkegel, welcher den Fluss staut, und sehen eine gähnende Moränen-Leere wo einst noch eine Lagune ihr Dasein pflegte. Nach insgesamt gut 14 Km haben wir unser Ziel vor Augen: Incahuain oberhalb der Carhuacocha. Dank Verständigunsproblemen gehen wir um die ganze Lagune herum. Der Weg zieht sich und besonders Cristina spürt heute die Anstrengungen der letzten Tage. Alicio hat bereits das Küchenzelt aufgeschlagen, und sogar zum ersten Mal eines unserer Zelte aufgestellt. Er ist ein guter, unser Alicio, und dies nicht bloss, weil er jeweils den Abwasch übernimmt!

 

Tag 7:

Die nächste Etappe nehmen wir ebenfalls in der Alpin-Variante in Angriff. Von der Aussicht her einer der besten Tage. Wir kommen nochmals sehr nah an die Berge. Über einen Pass gelangen wir zur Alcaycocha. Wir entscheiden uns für eine Routenänderung und nehmen einen direkteren Pass, um ins nächste Tal zu gelangen. Der Aufstieg ist simpel, nicht so der Abstieg. Eine steile, durch den Gletscher gezeichnete Felswand trennt uns vom Tal und beschert uns lange Gesichter. Wir denken bereits ans Umdrehen als wir plötzlich Fussspuren ausmachen können. Jemand ist über diese Wand nach oben gekommen. Wenn jemand rauf kommt, dann kommen wir da auch runter. Klarer Fall. Ohne sinnvolle Utensilien wie beispielsweise einem Seil machen wir uns an den Abstieg. Es ist steil, brüchig, von kleinen Rinnsalen und Bächen durchzogen und alles andere als ungefährlich. Aber wir kommen alle heil unten an, auch wenn die eine oder andere Schrecksekunde mit dabei ist. Wir sichten wie so oft Pferde, vielleicht sogar wilde, denn sie sind sehr scheu. Eine weite Grünflache liegt vor uns. Wir planen eine weitere Abkürzung, mitten durch ein Felsband hinab. Leider wird daraus nichts, denn es ist einfach zu steil. Wir wollen ja noch richtig Bergsteigen gehen, und nicht schon beim Trekking abstürzen! Wir gehen ein Stück zurück und versuchen unser Glück erneut. Wiederum Fehlanzeige. Bei mir reisst der Geduldsfaden und sonst noch einiges, und ich beschwere mich ziemlich lauthals über die Routenwahl "HMS - Hauptsache Marke Speziell", mit der ich jedoch zuvor auch einverstanden war. Naja, 15 Minuten später ist wieder gut und ich entschuldige mich beim Rest. Ich musste mich wohl auch mal ein wenig bemerkbar machen, damit der Beschwerde-Anteil eine etwas gerechtere Aufteilung zwischen den Geschlechtern erreichen konnte. Oder so.

An der Mitucocha schlagen wir unser Camp auf. Besser gesagt hat das eigentlich Alicio bereits für uns erledigt. Er erwartet uns mit Popcorn und Coca-Tee. Wir legen zuerst unsere Schlafsäcke, dann auch uns selbst in die Sonne und geniessen es für eine Weile. Auch mal schön. Kurze Zeit später kaufen wir bei den Ansässigen drei Truchas (Forellen) und einige Kartoffeln. Heute kocht Alico für uns frittierte Trucha und dazu Pommes. Es schmeckt hervorragend. Fast besser sogar als die Älplermagronen mit Apfelmus, die wir einige Tage zuvor gekocht haben und von Alicio bis zum allerletzten Bissen weggeputzt wurden. Ein Fondue wäre wohl nicht so gut angekommen :-)

 

 

Tag 8:

Wir starten nicht allzu gut gelaunt in den Tag. Wir wollen wieder einmal einen Teil der Alpin-Variante absolvieren. Alicio geht wie immer mit den Eseln aussen rum. Wir steigen über steile Wiesenhänge auf. Die Aussicht ist schön. Der Weg ist nicht markiert und die Karte scheint nicht so ganz auf die Buchbeschreibung zu passen. Wir entscheiden uns weiter zu gehen. Auf der letzten Ebene wird ein Stier auf Cristina aufmerksam und rennt in vollem Tempo mit gesenktem Kopf auf sie zu. Rosche zeigt ihm lauthals, wer der Chef ist und kann die Katastrophe nur knapp abwenden. Wir kämpfen uns mühsam ein unglaublich steiles Schuttfeld empor. Wir glauben eine Art Weg entdeckt zu haben, aber es wird wohl eher ein Kuh-Pfad gewesen sein. Denn plötzlich sind keine Spuren mehr vorhanden und die steil emporsteigenden Felsen lassen keine Route erahnen. Mirco versucht sein Glück links und scheitert an einem Felsbrocken. Rosche erklettert den direkt vor uns liegenden Felsen und verschwindet hinter dem Grat. Eine halbe Ewigkeit später kommt er zurück und meint, es würde gehen. Ein wenig Felskletterei im dritten Grad, ungesichert, und hinter dem Grat ein schmales Längs-Schuttband traversieren, dann kämen wir zu einem Schuttfeld, das ziemlich passierbar aussähe. Und von dort aus müssten wir halt weiter schauen. Wir entscheiden uns dafür. Die Kletterei geht ziemlich gut. Der Wind macht sich stark und böig bemerkbar. Auf der anderen Seite passieren wir die heiklen Stellen relativ problemlos. Am unteren Ende des Schuttfeldes angekommen entdecken wir Steinmännchen, aufgetürmt auf den vom Gletscher abgeschliffenen Felsen. Voller Enthusiasmus folgen wir den Markierungen. Doch plötzlich stossen wir an eine Felskante. Beinahe Senkrecht verläuft die Wand die mehreren hundert Meter bis zur Lagune hinunter. Es geht nicht weiter und die Steinmännchen verlaufen im Nichts. Es sieht recht übel aus und ernsthafte Anflüge von Verzweiflung machen sich bemerkbar - denn Umkehren ist eigentlich keine Variante mehr. Wir versuchen ganz auf der rechten Seite weiter nach unten zu gelangen. Schlussendlich schaffen wir das auch und gönnen uns das wohlverdiente Mittagessen. Einfach ist diese Route beileibe nicht!

Nach dem Essen folgen wir einem Weg. Statt nach unten steigt dieser aber in die Höhe. Deshalb ziehen wir recht direkt über die Grashänge nach unten. Immer wieder durchziehen hohe Felswände das schöne Grün. Vermeintliche Wege entpuppen sich des öfteren als Kuhpfade. Schlussendlich finden wir aber einen steilen aber gut begehbaren Weg nach unten. Wir gelangen an einen Fluss, dem wir durch eine schöne Landschaft folgen. Einmal mehr sehen wir einige bewohnte Steinhütten. Und etliche frei lebende Chinchillas. Einige hundert Meter vor dem Camp kommt uns Alicio entgegen. Er hat sich wohl etwas sorgen um uns gemacht, denn wir haben ziemlich viel Zeit gebraucht. Aber es war jede Minute davon Wert.

 

Tag 9:

Ein langweiliger Tag. Entlang der Strasse geht's über 13 unspektakuläre Kilometer zurück nach Llamac. Unser Trek ist zu Ende. Während Alicio uns Tickets für den Bus nach Huaraz reserviert, bekocht uns seine Frau. Nach dem Essen verabschieden wir uns von allen, natürlich auch von den zuckersüssen Kindern. Wir sind alle zufrieden. Falls jemand einen Arriero benötigt, fragt einfach nach Alejandro Basilico in Llamac. Wir würden ihn jederzeit nochmals buchen. Etwas Spanisch, wenn möglich mehr als ich, sollte man vielleicht schon sprechen :-)

 

Insgesamt legen wir in diesen 9 Tagen gut 6400 Höhenmeter und etwas mehr als 100 Kilometer zurück. Kaum zurück in Huaraz machen wir uns wieder im Cafe Andino breit und bereiten die nächste Tour vor. Wir gönnen uns nur einen einzigen vollen Ruhetag. Und den nutzen wir für Besorgungen. Wir sind bereits wieder voll im Element...

 

From mirco on Jul 15th, 2010

G E I L ! ! !

From Martina on Jul 15th, 2010

Ja du, das hast du echt gut geschrieben... Schöne Bilder... fehlen den nicht ein paar Bilder ;-) Kiss

From sofra on Jul 15th, 2010

Ja klar, so hend mier üs das schu im Vorfäld öppe dänkt vo üchem Abentüüüür ;-) Ohni Närvekitzel gad bi üch de grad gar, gar nüd, aber natürlich H..cool ;-) e tolle, packende, süffige Bricht ! muchos gracias Igor

From sofra on Jul 15th, 2010

Jetz verstönd mier de Martin natürlich sehr, sehr gut ;-) wägerum er umbedingt sofort öppis vo üch hed welle ghöre !!!

From sofra on Jul 17th, 2010

So ! und hüt hemmer nu di imposante, idrückliche, tolle Bilder inezoge. Eifach "Hammermässig", was ier da hen dörfe mitenand gse und erläbe. Schön, schön, schön!!!