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Chachapoyas

Written on: Monday April 12th, 2010

A journal entry from: America del Sur

In Peru, wie glaub ueberall in Suedamerika wird Ostern nicht gefeiert so wie wir das kennen, aber dafuer um so mehr die Semana Santa, also die heilige Woche von Palm-bis Ostersonntag. Es finden unblaublich viele Prozessionen statt, und am Karfreitag macht man den sogenannten Kirchengang, d.h. man geht in 12 Kirchen an einem Tag. Aber so wie wir das verstanden haben, nicht in die Messe, nur um die Heiligen dort anzubeten. Nun ja, dem ganzen Trubel  wollten wir etwas ausweichen, und zudem hatten wir vom Hohen Donnerstag bis und mit Ostersonntag frei und absolut nichts zu tun fuer USDA. So beschlossen wir, einige Tage zu verreisen. Unser Ziel: Chachapoyas, das mit 2300 Meter ueber Meer zur Sierra (Gebirge)  gehoert, trotzdem aber in der Selva (Urwald) ist. So enflohen wir der Hizte in Trujillo ;-)! Wir fuhren mit dem Nachtbus am Mittwochnachmittag ab und sollten laut Reiseveranstalter ?Movil Tours" um ca morgens um 6 Uhr ankommen. Schon nachts merkten wir, dass der Bus immer wieder fuer mehrere nicht fuhr. Als es dann langsam hell wurde, stand der Bus noch immer. Und immer noch...zudem stieg die Klimaanlage aus, es wurde unertraeglich heiss. Ursache war ein Erdrutsch, der nach den heftigen Regenfaellen die Strasse versperrte. Irgendwann fuhren wir dann aber doch weiter, als ein Kind neben uns zu erbrechen begann, was nicht gerade foerderlich fuer meinen (Cristina`s) Magen war... Zudem schwollen mir erstmals in einer laengeren Busfahrt die Fuesse an... Nun, es war nicht eben lustig, und wir waren froh, abends um 5 Uhr endlich in Chachapoyas anzukommen!  Uebrigens, als wir in den Bus stiegen, fiel uns eine hollaendische Frau auf, die wir in Kolumbien schon getroffen hatten! Schnell fanden wir ein Hostal mit heissem Wasser, und uns blieb von dem Tag nur noch das Znacht, eine kurze Erkundigungstouer ueber Trekkings die man machen kann, und das Bett L. Am naechsten Tag genossen wir das herzige Staedtlein Chachapoyas und wanderten zu einem nahen Aussichtspunkt. Leider waren wir etwas fahrlaessig mit der Sonnencreme, und das bei Sonnenschein in der Hoehe... Aua!!! Aber gelohnt hat es sich doch noch, auch wenn wir bis zum Schluss zweifelten, wirklich Aussicht zu haben! Aber die sicht in einen stark abfallenden Canyon war eindruecklich.

Am Ostersamstag beschlossen wir mit der Hollaenderin zusammen in das 22km entfernte Levanto zu fahren, und dann zu Fuss auf Praeinkaweg zurueck zu wandern. Auf dem Weg kamen wir an nicht-touristischen Ruinen vorbei. Leider war der Weg recht schlecht, d.h.  zum Teil sumpfig (wir haetten gerne unsere Wanderschuhe angehabt!). Zum Znacht hatten wir mit unserer Kollegin abgemacht. Sie schleppte dann noch zwei Fanzosen mit, und etwas spaeter kamen zwei Peruanerinnen (die wir beim Aussichtspunkt kennen gelernt haben)  mit ihren drei belgischen Kollegen dazu. Somit sassen zehn Personen zusammen am Tisch, und wir kannten nach zwei Tagen tatsaechlich schon 8 Personen J.

Am Ostersonntag starteten wir morgens um 8 Uhr zu einem vierttaegigen Trekking. Der erste Tag verbrachten wir hauptsaechlich im Taxi, welches uns an verschiedene historische Staette brachte. Zum Glueck mussten wir doch immerhin zu jedem Ort meist ca eineinhalb Stunden hin und zurueck laufen. Schlisslich haben wir ein Trekk gebucht! Der erste Ort war ?Pueblo de los muertos". Da haben wir Mausoleen, Sarkophage und menschliche Knochen gesehen. Wunderschoen war das in den Fels eingebettet! (Und rosche hats schrecklich in den Fingern gejuckt... der Fels waere ein Kletterparadies!) Auch sahen wir die menschengrossen Sarkophage von Karajia, die ebenfalls irgendwo in den Fels gestellt wurden. Wie die Leute damals es geschafft haben, ihre Toten 20, 30 Meter in die Hoehe zu bringen! Zum Schluss gingen wir zu Fuss zwei Stunden ins Valle Belen, wo sich der Fluss wunderschoen durch das Tal schlaengelt. Leider sahen wir das erst am naechsten Tag, denn wir waren sehr knapp dran und mussten ca eine Stunde in der Dunkelheit laufen. Gut hatten wir unsere Stirnlampen dabei, denn weder der Guía noch das andere Paerchen hatten funktionierende Lampen dabei...! Der zweite Tag begann wunderschoen im Valle de Belen, doch schon nach ca einer Stunde gehen begann es zu regnen und hoerte den ganzen Tag nicht mehr auf. Warentest Mammut: 3jaehrige Regenjacken undicht, wie auch in meinen  Bergschuhen befand sich der reine Bergsee (es gilt dazu zu sagen, dass wir meist in Morrast und Schlamm wanderten, und manchmal bis zu den Waden darin stecken blieben.... das Gebiet waere definitiv besser geeignet fuer Gummistiefel als fuer Bergschuhe....) Das Beste an diesem sechsstuendigen Schlammarsch waren die Ruinen von Gran Vilaya, welche sich mitten im Regenwald befinden und voellig ueberwuchert sind. Sie wurden nicht restauriert und sind auch nicht touristisch, da man nur auf einem laengeren Fussmarsch hinkommt. Und deshalb fanden wir, dies sei mehr verlorene Stadt als die ?Ciudad Perdida" in Kolumbien! Kaum kamen wir pflaetschnass im kleinen Quetchua-Dorf Congon (Ureinwohnersprache)  an, fing die Sonne an zu scheinen... Ironie des Schicksals! Auf jeden Fall gab es ein mega feines Znacht, welches auf Feuer und in einer Kueche gekocht wurde, wo ca 10 Guyes (Meerschweinchen) frei herum rannten J.  Nach den Matsch-Erlebnissen vom Vortag beschlossen wir, Pferde (also Maultiere... Anmerkung zur Tierhaltung: Tiere sind hier so ziemlich nichts wert. Sie werden viel geschlagen, nicht gepflegt und schlecht behandelt. Z.B hat unser coca-kauender Maultierfuehrer die Maultiere dauernd geschlagen, auch wenn sie nur kurz verschnaufen mussten...)zu mieten, welche uns von 1800 Meter auf eine Hoehe von 3300 Meter ueber Meer tragen sollte, ohne dass wir nasse Fuesse kriegten. Da der Weg aber noch schlimmer war als am Vortag, wurden wir von oben bis unten mit Schlamm vollgespritzt... Aber das Erlebnis, auf einem Maultier durch den Urwald zu reiten, war tortz der dornigen und andern Aesten, die immer wieder im Weg waren, toll. Aber wie schon einemal bemerkt haben wir uns ja fuer ein Trekking angemeldet. Als uns das Taxi von der Anhoehe nach unten zu unserer Unterkunft im Dor Choctamal fahren wollte (unsere Kollegen waren so am Ende, dass die gute Frau fast nicht mehr konnte und soooo froh war, keinen Schritt mehr gehen zu muessen... ) fanden wir zwei, dass wir noch gar nicht muede seien und die letzten ca 10 Km zu Fuss zurueck legen wollten. Da der Guía auch nicht mehr laufen wollte, machten wir uns halt alleine auf den Weg! Am letzten Tag unseres Trekks  schien ausnahmsweise mal die Sonne und wir machten uns auf um Kuélap, die beruehmten Ruinen zu sehen. Das war wunderschoen und super eindruecklich. Seht selber die Fotos! Die Ruinen wurden von dem Volk der Chachapoyas erbaut welche kriegerische Feinde der Inkas waren. Schlussendlich eroberten die Inkas das Dorf und bauten auf die runden Haeuser einige ihrer typischen viereckigen Behausungen.

Am naechsten Morgen frueh fuhren wir mit einem kleinen Bus ohne WC (uii, waren wir zuerst enttaeuscht! Verstanden aber im Verlauf der Reise, warum nicht ein grosser Bus auf diese Strecke losgelassen wird!) auf der empfehlenswert schoenen aber auch gefaehrlichen Strasse nach Cajamarca. Das war oft kriminell, da es einfach rechts ein paar hundert Meter ?s Loch ab gange isch" ,  die Strasse gerade mal wagenbreite hatte (ohne Leitplanken, versteht sich!) und mega kurvig war. Aber es hat sich gelohnt; die Sicht auf die Taeler Hochplateaus und Berge war atmeberaubend. Die Paesse, welche wir ueberquerten waren auf ca 3680 Meter, und der Fluss, auf welchen wir herunter sahen befand sich unter 1000 Meter!

Cajamarca kannten wir vom letzten Herbst ja schon, deshalb hatten wir keine Muehe uns zurechtzufinden und gingen schnurstracks in die Inkabaeder um zu entspannen. Am naechsten Tag besuchten wir die Granja La Colpa, welche wir im letzten Herbst nicht mehr besuchen konnten. Auf dieser Farm werden die Kuehe beim Namen gerufen, und sie gehen brav in den Stall. Nun ja, wir waren dazu viel zu frueh dran, und so beschlossen wir, nur auf den Aussichtspunkt zu gehen und das schoene Wetter zu geniessen. Spaeter, nach einem weiteren Besuch der Baños stiegen wir in den Nachtbus, um wieder in unser alt bekanntes Trujillo chauffiert zu werden. So wurden aus unseren geplanten fuenf Tagen Osterurlaub 1.5 Wochen...!

Nun werden wir noch vier Wochen hier arbeiten, bevors dann richtig auf Reisen geht! Jubiiii!!!

 

From Martina on Apr 13th, 2010

Das isch en erfahrig gsi, wo de Igor und de Mirco jetzt chönted bruche, um ihri Kleider usw für üche Trekk zäme z stelle. Hoffe es heig üch glich chli Spass gmacht! GLG

From Andrea on Apr 13th, 2010

Super Föteli :-) San Pedro, da wüsst de Michi Bscheid. De hed dihei au so eine gha. Wie schmöckt denn die spannendi Bohnefrucht? Hey, WC im Bus, was füre Luxux :-) Sägid mal, denn chönd ier eifach so 1.5 Wuche Ferie mache, obwohl ier eigentlich nach Oschtere wieder hättid selle schaffe? So schön :-) Liebs Grüessli andrea

From Cris und Rosche on Apr 14th, 2010

@ andrea: Die Bohnefrucht hed nur sehr wenig Fleisch, isch wie es Pelzli, fuehlt sich so chli komisch a im Muul, gsehd au so us, und schomoeckt wie... hmm...schwierig... eigentli raecht suess. aber uesi lieblingsfrucht ischs aso ned. aber probiere muess mr schliesslich alles ;-) Hihi, ja gaell, es WC im Bus isch Luxus! ABer weisch, wenn mr 12 Stund im gliche Bus isch, isch mr no raecht froh um das stinkede, gruusige Kabaeuschen (wo mr eh nur doef uriniere!) Und ja weisch, mier zahled schliesslich defuer, dass mier hie doefed schaffe.... aso naemed mier ues die friiheit, um so lang ferie z mache wie mier grad lust hend :-)! aber ja, hesch raecht, isch schoooooooeeen!!!!! ;-D Kiss

From Cris und Rosche on Apr 14th, 2010

@ Martina: Hm, ja, waer fuer die zwei wahrschiinli au guet gsi. Aber ehrlich gseid, ich weiss ez, dass mini Raegejagge durelad. super, und ez? ;-(. mini naechst raegejagge gids erst am naechste rampeverkauf ;-). Tja, hoffe eifach uf mega schoens, trochnigs waetter! aso, immer schoen usaesse ;-D. Und Spass gmacht... Naja, es isch glich en tolli erfahrig gsi, und ja, s hed eigentli scho spass gmacht, ussert dene paar momaent, woni eifach nur no hei ha welle.... kiss

From sofra on Apr 14th, 2010

Hola ihr beiden! Seid ja schon fast Vollprofis in Sachen Inkas ;-) Wir haben fast den Eindruck, die "Inkabäder" haben es euch besonders angetan ;-)Gut zu verstehen, nach soooo viel Morast. Die Schweizer mögen es eben sauber ;-) hi, hi, hi, auch die Kühe in Granja La Colpa haben Namen wie bei uns und geben die auch Milch ;-) Also putzt schön brav eure verdreckten Sachen bis zum nächsten grossen Trip. Hasta luego