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Hausbau

Written on: Tuesday March 30th, 2010

A journal entry from: America del Sur

Ja, unterdessen sind wir schon wieder ein Weilchen in Trujillo am arbeiten... Wie einige von euch schon gehoert haben, gab es fuer Rosche in letzter Zeit viel zu tun. Es galt, ein Haeuschen zu bauen. Und zwar handelt es sich um 5 Kinder, welche von beiden Eltern im Januar verlassen wurden. Die Kinder sind zwischen ca 17 und ca 9 Jahre alt (Sie wissen weder ihr Geburtstag, noch ihr genaues Alter) und hausen in Strohmatten und Plastiksackwaenden. Die Grossmutter ist noch die einzige Person, die sich um die verwahrlosten Kinder kuemmert. Aber die Frau ist schon alt, kann nicht arbeiten und klagt dauernd ihr Leid. Der aelteste Sohn muss mit seinem Mototaxi Geld verdienen, ein Kind hat eine Behinderung und die restlichen drei gehen endlich zur Schule. Sie koennen aber weder schreiben noch lesen...Ja, dieses traurige Schicksal hat sehr grosszuegige Spender/innen aus der Schweiz dazu veranlasst, genug Geld an USDA zu ueberweisen, um eine Bleibe fuer diese Kinder zu errichten. USDA besorgte damit einen Bauherrn und Material. Rosche und Tobias (ein anderer schweizer Volutario) haben tatkraeftig mitangepackt und innerhalb einer Woche ein kleines Haeuschen von 5x3 Metern aufgestellt.

 

Die Arbeiten begannen mit dem Aushub, dass heisst, der Aushub wird nur unter den Mauern gemacht, und kein Fundament gegossen. Wir mussten ca 5 Qubik Sand wegschaufeln, was ganz schoen in die Arme ging. Da auch alles genau stimmen musste, wurde alles mit mittelalterlichem Werkzeug vermessen. Damit die Level vom Fundament ueberall gleich tief ist, wurde ein kleiner, duenner,  langer Schlauch mit Wasser gefuellt und so die ganze Baustelle anhand der Wasserlinie niviliert. Mit  Schnueren wurden die Mauerlinien abgesteckt, und so konnten wir Tiefe und Ort des Grabens genau bestimmen. Danach wurde die erste Reihe Adobes (Erdziegel - Infos ueber Adobes und wie sie hergestellt werden findet ihr im Blog Escuela Teil 2) eingelegt. Die Adobes wurden per Lastwagen angekarrt , 1000 Stueck kosten 160 Soles; ca 60 Franken. Nach zwei Lagen Adobes als Fundament,  wurde der ?Zement" gemischt. Mit Zement hat das nichts zu tun, es wird lehmhaltige Erde  mit Wasser vermischt, danach steigt man mit Fuessen und Schaufel in die Masse, sortiert Steine und Wurzeln aus  und mischt viel Sand dazu. Diese Masse wird jetzt wie Zement verwendet und zwischen,  auf und unter die Adobes beim Mauern gepappt.

Fuer das Haus verwendeten wir 3000 Adobes, die natuerlich alle an die richtige Stelle gebracht werden mussten!!! Das heisst, entweder Tragen - oder wenn man zu dritt ist auch zuwerfen (anstrengend aber efektiver). Alle 4 Waende wurden hochgezogen - mit Ausnahme zweier Tueren und dem Fenster.  Zwei Tueren; eine, die nach hinten in ihre alte Behausung fuehrt, welche weiter benutzt wird. Zudem koennen sie spaeter eventuell weiter anbauen. Der Sturzt ueber der Tuere wurde wie bei uns eingeschalt und mit richtigem Zement ausgegossen.

Die Dachkonstruktion besteht aus vier riesigen Bambusrohren, die aufgesetz und eingepasst wurden. Auf die Bambusrohre wird ein Welblechdach gelegt und fixiert. Wellblechdaecher findet man in Alto Trujillo fast nirgens, ist also ein Novum. Normalerweise gibts ein Mehrlagen-Dach: Erst Strohmatten, dann ein Plastik und zuletzt ?Tonerdezement". Dies ist eine sehr gute Methode um Hitze abzuhalten. Allerdings befinden wir uns im El Niņo-Jahr und es hat schon zwei mal  verhaeltnismaessig stark geregnet in Alto Trujillo.  Die Leute bevorzugen  deswegen Wellblechdaecher,  da diese keinen Schaden nehmen.

Dies ist der aktuelle Stand des Hauses. Eine Tuer und ein Fenster sind schon bestellt, werden in den naechsten Tagen geliefert und eingebaut. Sobald dies geschehen ist,  werden wir die neuen Fotos und Anmerkungen  auf diesem Blog aktualisieren.

 

From Mirjam on Mar 31st, 2010

Hehe herrlich... chum isch en neue Blog druff, wird er vo villne entdeckt! I dere Ziit woni de Huusbau gläse han und d Bilder woner mal am schaffe sind (;)) agluegt han, isch er bereits vo 5 gläse worde... luschtig!!

From maestro Rana on Mar 31st, 2010

Das würd miär au guet tue, de wüssti ändlich wiä mer es Huus buut! LG us de Zügelwüeschti:)

From faebel on Mar 31st, 2010

hey das isch ja scho fast wie en Gebruchsanwiisig: Wie baue ich ein Haus! Sehr interressant mal en so en Iblick z becho. @maestro rana ich würd ned übertriebe, jetzt weisch gadmal wie mer zögled :-)

From Priska on Mar 31st, 2010

Wow, das isch aber schnell gange mit dem Husbau! Gratuliere. Liebi Grüess au mal uf dem Wäg....

From sofra on Apr 3rd, 2010

Voll krassssss; mier findid das au toll, dass ier mit dem Häuslibu dene Kind es "zämebliebe und es Dach überem Kopf" gschaffe hend. Aber wie immer hend mier natürlich nu einiges z'frage. Wie fuktioniert das i dem Huus mit de Notdurft? S' Wasser holids wahrschiendlich Kübel wies, aber wo wirds uskippt? Oder gids dete so ne Art vo Abwässerkanal? Und chammer dete eifach öppis ufstelle wos eim passt? Wem ghört das (Sand) Land? Isch ja au gliech; d' Hauptsach, die arme Chind hend es Dach überem Kopf. Gratulation Rosche und Tobias !!!

From sofra on Apr 3rd, 2010

Hola Rana; wie mer Dübellöööööööööööööcher füllt und Wändli striecht wüsstisch du jetz aber afig emal ;-))) E Gruess uf dem Wäg a die neu WG im Bode! Hasta luege muchachos

From Cris und Rosche on Apr 12th, 2010

@ Sofra: Tja, das mit der Toilette und dem (Ab-)Wasser ist so eine Sache. Als Stilles Oertchen haben sie kleine Latrinen, aber zur allgemeinen Benuetzung. Viel wird halt auch einfach das Geschaeft in der Wueste verrichtet. Abwasser gibs keines. Wasser wird 2mal woechentlich mit einem Lastwagen gebracht, und jeder kann so viele Kuebel rausstellen zum Fuellen wie er/sie will, bzw. hat. Meist trinken sie dieses Wasser auch... Gebrauchtes Wasser wird einfach auf den Boden ausgeschuettet. Das verdampft und versickert sehr schnell. Der Sand/das Land gehoert allen und niemandem. So kann tatsaechlich jede/r seine Huette dort aufstellen! Die Regierung setzt nur Verbotszonen, wo nichts gebaut werden darf (z.B. Strassen un Barrio-Abtrennung). Liebi Gruessli