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Kathmandu

Written on: Monday October 15th, 2007

A journal entry from: mongolia/china/nepal

14.-21. Oktober 2007

 

Streck... wir haben diese Nacht tiiief und fest geschlafen! Erst als wir zum Restaurant liefen, um zu fruehstuecken, merkten wir wie anders es hier in Zanghmu aussieht, als sonst ueberall in China und Tibet. Das Dorf schlaengelt sich entlang einer einzigen Bergstrasse. Zuoberst stehen alle LKW's richtung China und zuunterst alle Jeeps der Touristen mit Ziel Kathmandu. Die Haeuser sind entweder Holzbaraggen (oben im Dorf) oder mehrstoeckige, grausige Kloetze. Im oberen Teil des Dorfes wimmelt es von Rotlichtern und im unteren Teil von Hotels und Restaurants aller Art fuer westliche Touristen. Hier gibts auch westliches Essen, das sogar noch recht gut ist.

Nach dem Fruehstueck hiess es Schlange stehen fuer die chinesische Zollabfertigung. Hier musste man sogar begruenden, wieso man ueberhaupt ais China ausreisen will!!! Oder gar, wie Patrick, begruenden, wie er aus China ausreisen kann, wenn er gemaess seinem (in Lanzhou ausgestellten, neuem) Visum im provisorischen Pass gar nie eingereist ist! Nach dem chinesischen Zoll war man fuer 8 km im Niemandsland. Hier standen indische und nepalisische LKW's an LKW, deren Fuehrerkabinen eher Tempeln gleichen als etwas anderem. Sie duerfen nur hier hinein fahren, um die Ware an die chin. LKW's zu uebergeben und muessen dann wieder umkehren - auf einer versropften, engen Holperstrasse. Die normalen tibetischen Tour-Guides durften hier nicht rein. So kehrten diese mit ihren Jeeps vor der Grenze wieder um und fuhren zurueck nach Lhasa. Die Touristen mussten dann zu Fuss oder mit einem teuren Niemandslands-Shuttle die nepalesische Grenze erreichen. Unser privilegierter, tibetischer Guide durfte mit uns und dem Jeep hier hineinfahren und uns bis kurz vor den nepalesischen Zoll fahren. Auch hier gab es wieder einen Stau und alles blieb (im Schlamm) stecken. So stiegen wir aus und wurden vom naechsten Guide empfangen und durch den nepalesischen Zoll geschleust - im wahrsten Sinne des Wortes. Es wimmelte nur so von Menschen, teilweise mehr als voll und schwer beladen und von Fahrzeugen aller Art, die Kreuz und Quer draengten. Als wir uns auch durch das Gewuehl draengten und im Jeep sassen, der uns auf Kathmandu bringen sollten, ging das naechste Abenteuer los: wie kommt ein im Stau vollkommen stecken gebliebenes Fahrzeug am richtigen Stauende heraus? Nachdem unser Fahrer mehrmals Problemloeser am Anfang und am Ende des Staus war, auf der Seite parkierte Fahrzeuge von Maennern weiter seitlich gehieft wurden, und grosse Steinbrocken aus dem Weg und unter Autos hervor gestemmt wurden, schaffte er es allmaehlich sich und andere aus dem Gewuehl heraus zu manoevrieren. Und dann begann das naechste Abenteur: er fuhr wie ein Henker, einfach halsbrecherisch. Keine Kuh, keine Ziege, kein Kind war vor ihm sicher. Wer nicht schnell genug zur Seite sprang, haette Pech gehabt. Nach ein paar Minuten festhalten wo's geht, haben wir beruhigenderweise festgestellt, dass er sein Auto doch sehr gut im Griff hat und genau weiss, was es vertraegt und was nicht.

Vorhang auf zum fuenften und letzten Akt: Kathmandu - a Taste of india. Was hat sich nun veraendert, hier zwischen Kathmandu/Nepal und China?

  • es gibt keine chinesische Abzockerei mehr - auch bei einem recht grossen Verhandlungs-Spielraum
  • wir sind keine Analphabeten mehr - es ist beinahe mehr auf Englisch angeschrieben, als auf Nepalesisch in nepalesischer Schrift
  • es gibt keine stinkigen Gemeinschafts-Plumps-Loecher mehr - sondern endlich wieder private, abschliessbare Sitzklos mit funktionierender Spuelung
  • Buddhisten sind in der Minderheit - es herrscht hinduistische Gelassenheit (vgl. oben Fahrt von Zanghmu nach Kathmandu!)
  • es gibt keine Verkehrs-, Tempo-, oder andere ueberfluessigen Polizei-Kontrollposten mehr - dafuer auch keine Verkehrsregeln mehr
  • keine chinesischen Billigkopien mehr - Taste of India, voller Farben und Kreativitaet
  • keine chinesischen, geraden, breiten, mehrspurigen Highways und ewig gleiche Plattenbauten mehr - dafuer enge, verwinkelte, verstopfte Gassen und einzigartige Haeuser
  • weder eiskalte Naechte, noch herrlich tiefblauer Himmel oder klare Luft mehr - wunderbar warme Tage, feucht, wolkig und sehr angenehme Naechte
  • gegessen werden kann zu jeder Tageszeit, auch nach 20 Uhr
  • gespuddert, etc. wird immer noch - aber geraeuschlos
  • die Restaurants sind sehen nicht mehr aus wie nach einer Schlacht - auch nach den ersten Gaesten sind der Boden und die Tische noch sauber
  • kein einzelnes Internet-Cafe mehr mit 1'000 Computern - sondern 1'000 Internet-Cafes mit 1 Computer
  • es wird dauernd gehupt: in China immer zur Begruessung - hier immer wegen immer brenzligen Situationen

Zudem hat sich das kulinarische Angebot extrem vervielfacht (in Menge, Auswahl und Qualitaet). So haben wir den ersten Abend hier in Kathmandu stilecht beim Italiener mit Pasta und Chianti begonnen. Die 2 1/4 Stunden Zeitverschiebung haben wir mit einmal lange ausschlafen auch schon wieder verarbeitet. Nun geniessen wir die Stadt in vollen Zuegen, schlemmen in den zahlreichen Restaurants, trinken Latte Macchiatos, essen Schoggikuchen, und lassen unsere von der Hoehe, vom Trekking und vom Biken geschundenen Koerper bei herrlichen Massagen aufpaeppeln.

Heute, Dienstag, hat es den ganzen Tag immer wieder geregnet (der 4. Regentag auf unserer ganzen Reise!), so dass es der richtige Tag ist um unsere Blog-Eintraege zu aktualisieren. Leider ist das Internet in der ganzen Stadt sehr langsam, so dass das mit den Fotos raufladen etwas muehsam ist. Mal gucken, was sich da noch machen laesst. Dafuer geniessen wir wieder ungefiltertes Internet (CNN, BBC, Wikipedia, Flickr, etc. koennen wieder gelesen werden).

A propos: gemaess inoffiziellen Informationen und Geruechten wurden alle Internet-Cafe's im Tibet zwei Tage nach unserer Abreise aus Lhasa geschlossen und keine Touren durften mehr richtung EBC und Kathmandu mehr starten. Ob das wohl mit der Ehrung des Dalai Lama im Weissen Haus zu tun hat?

Und: hier noch ein spannender Artikel zur Entwicklung Chinas: http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/grosse_errungenschaften_und_grosse_probleme_1.569937.html

Natuerlich verbringen wir die Zeit nicht nur mit Surfen, nein, wir sind auch hier nochmals richtig Kulturbeflissen. So haben wir bereits den Thamel rauf und runter kennengelernt. Thamel ist sozusagen das Niederdorf von Kathmandu: eine enge Altstadt, voll mit Touristen. Hier sind auch alle Guesthouses, Restis und Bars zu finden. Auch den Durbar Square haben wir bereits unsicher gemacht. Das ist der Hauptplatz der Stadt, mit ganz vielen Tempeln. Noch auf der Liste stehen die Kremierungs-Zeremonien am oestlichen Ende der stadt am Fluss, sowie das "Dasain"-Festival. Das ist ein Fest, das ca. 14 Tage dauert und eine Art Ernte-Dank-Fest der anderen Art ist. Denn hier werden Tiere geopfert. von Enten, ueber Huehner, Ziegen bis hin zu Bueffeln wird hier alles moegliche bei lebendigem Leib vor allen Tempeln geopfert. Der schweizer Tierschutz haette vermutlich keine Freude daran. Ob wir danach Vegetarier werden, wird sich herausstellen ...

 

From Manfred & Lisbeth on Oct 15th, 2007

Hallo Ihr zwei Lieben, Wir reisen im Geiste mit Euch und danken für die interessanten Berichte. Wir freuen uns schon, wenigstens Astird wieder bald begrüssen zu dürfen. Wir wünschen Euch noch eine ganz schöne Weiterreise, ohne Pannen, und dann einen guten Heim- resp. Weiterflug. Herzliche Grüsse Fredy und Lisbeth

From marco on Oct 18th, 2007

Koenntest du bitte, BITTE *pretty-please* deinen Blog über Thailand und USA weiterführen? Ich weiss sonst einfach nicht was ich am Morgen im Buro als erstes tun soll :-)

From Patrick on Oct 18th, 2007

@Marco Versprechen kann ich es noch nicht...mal schauen was sich machen laesst. Am Samstag geht's ab nach BKK. Liebe Gruesse aus Kathmandu, Patrick

From Alison on Oct 18th, 2007

Liebe Astrid, lieber Patrick Danke für Euren Fleiss beim Schreiben und Knipsen - so kann ich irgendwie als blinder Passagier mitreisen und eintauchen in eine fremde Welt. Mit Neugierde, Spannung und Spass verfolge ich Eure Entdeckungsreisen und bedauere, dass deren Ende absehbar ist. Diesmal hat es mir der Herr im orangen Gewand auf Bild Nr. 17 angetan... :-) Euch wünsche ich weiterhin viel Vergnügen und danke für die gute Unterhaltung! Alison