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Turfan

Written on: Sunday September 16th, 2007

A journal entry from: mongolia/china/nepal

16. - 18. September 2007 

Die Chinesen hier sind alleine aeusserst freundlich und ziemlich neugierig aber in einer Reisegruppe unterwegs verhalten sie sich wie pickt. Sie unterhalten sich nur schreiend (egal ob untereinander oder zu Bahnangestellten) und Einsteigen in den Zug geht nur mit Gemoste, egal ob ankommende Passiere erst aussteigen moechten. Nachdem wir dann auch unser hard sleeper Abteil bezogen haben schluerften wir das Chinesische Nationalgericht fuer Reisende: Noodle Soup.

Hinter uns liegt eine kurze Nachtfahrt per Zug, denn um 6.30h sind wir bereits am Ziel angekommen und es war noch immer Kuhnacht. Es ging per Bus weiter nach Turfan. Endlich wieder mal eine richtig holprige Strasse, denn von den Regenfaellen hat es hier schlichtweg die richtige Strasse weggespuelt, so dass wir ueber Geroell nach Turfan fuhren.

Bereits auf dem Weg nach Turfan haben wir festgestellt, dass hier nicht mehr alles Chinesisch ist. Zusaetzlich ist alles in uyghurischer Sprache mit arabischen Schriftzeichen angeschrieben. Ebenso kommen wir mit unseren ab Peking gelernten chinesischen Saetzen nicht mehr weiter und wir verstaendigen uns immer mehr mit Zeichen und Skizzen und sonstigem Gefuchtel - fast schon wie Chinesen :-) Theoretisch sind wir zwar noch in China, aber Musik, Kleider, Menschen, Haeuser etc. versetzen uns eher in eine arabische, zentral-asiatische Welt. Jedoch trinken auch hier noch alle Tee und lieben ein allabendliches, farbig-kitschiges Wasserspektakel.

Kulinarisch laesst es sich sehr lange in Turfan bleiben. Es gibt leckere Fondue Chinois a la Uyghur. D.h. in der Mitte des Rundtischs brodeln auf der Gasflamme eine krass scharfe und eine sehr scharfe Suppe. Darin werden Spiesschen aller Art gekocht. Mehrheitlich wussten wir sowohl vorher wie auch nachher nicht was wir auf dem Spiess hatten. Aber geschmeckt hat es hervorragend. Die Chinesen an den Nachbartischen haben jeweils ca. 20 Spiesse aufs Mal in die Suppe gesteckt. Das ganze findet bei lauschiger abendlicher Temperatur draussen bis Mitternacht statt. Tagsueber kann man hier im Schatten der Traubengewaechse essen.

Die Trauben wachsen hier in der Wueste uebrigens nur Dank raffinierter Bewaesserungstechnik. Die sogenannten "karez" bestehen aus unterirdischen Kanaelen, Reservoirs und Zugangsstollen. Dabei wird das Schmelzwasser aus den Bergen ohne grosse Verluste in die Region von Turfan herangefuehrt, welche 156 m unter dem Meeresspiegel liegt. Das System besteht aus 5000 km Kanaelen und wird auch als "underground great wall" bezeichnet.

In der Umgebung gibt es vieles zu erkunden: Per Drahtesel mischten wir uns auf der Strasse zwischen Eselkarren und fuhren zu den Jiahoe Ruinen. Und wir fuhren am naechsten Tag zu den Flaming Mountains und kletterten zwischen bizarren Felsen herum. Uebrigens wird hier immer noch wie bei den Duenen in Dunhuang fuer jede Sehenswuerdigkeit Eintritt verlangt. Etwa so wie wenn man bezahlen muesste um auf den Uetliberg zu laufen oder den Katzensee zu sehen. Leider laesst es sich nicht immer so leicht umgehen wie bei den Duenen.

Mit dem Bus fuhren wir weiter nach Korla. Die 5 stuendige Busfahrt wurde wegen einer Panne mitten in der Strecke gratis zu 8 Stunden verlaengert :-) Die drei Stunden verbrachten wir im Schatten des Busses und warteten bis uns ein Reservebus von Turfan abholte.

 

From ruedi on Sep 17th, 2007

en guete..., gruss ruedi