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Dunhuang

Written on: Saturday September 15th, 2007

A journal entry from: mongolia/china/nepal

14.-15. September 2007

 

Nach den ersten beiden Akten in der 'Mongolei' und 'im dichtbesiedelten China' heisst es nun Vorhang auf fuer den dritten Akt 'In den Tiefen der Seidenstrasse'.

Ueber Nacht sind wir aus einer gruenen, bergigen Landschaft in die Wueste eingetaucht. Soweit das Auge sieht: kein Grashalm, nichts ausser Sand, Steine, Geroell und nochmals Sand. Lanzhou war noch auf ca. 1700 m ueber Meer gelegen, jetzt sind wir knapp auf Meereshohe und in der naechsten Station werden wir sogar unter dem Meeres-Spiegel sein. Entsprechend hat sich auch das Klima veraendert: tagsueber erbarmungslos trocken und heiss, nachts recht frisch.

Gemaess Landkarten und Reisefuehrer ist Dunhuang ein Kaff mit zwei Touristen-Attraktionen. Doch ein Kaff in China ist immer noch eine Kleinstadt mit ca. 50'000 Einwohnern. Hochhaeuser sucht man hier aber zum Glueck vergeblich. Mehrstoeckige Haeuser gibt es nur wenige und die stehen auch nur im Zentrum. Die Stadt liegt in einer gruenen Oase mitten in der Wueste, umzingelt von Nichts.

Eine erste Touristenattraktion haben wir gestern Nachmittag genossen: riesige Sandduenen, ein paar Kilometer suedlich der Stadt. Korrekterweise muesste man durch einen Haupteingang (!) zu den Duenen und dafuer ein Vermoegen bezahlen. Doch dazu haben Touris wie wir gar keine Lust, und so fuhren wir mit dem Velo der Absperrung entlang bis der Zaun aufhoerte. Hier erklommen wir die Duenen ...keuch ... lechz ... ganz schoen anstrengend: zwei Schritte vorwaerts, einen zurueck, ... Doch die Anstrenung hat sich gelohnt, je weiter wir kamen, desto genialer wurde die Aussicht: Duenen wie aus dem Bilderbuch! Da legten wir natuerlich eine Fotosession ein, loeschten den Durst mit unseren literweise mitgebrachten Getraenken und genossen schliesslich den romantischen, wunderschoenen Sonnenuntergang. Mit riesen Schritten schwebten wir foermlich die Duenen hinunter und machten uns auf den Weg zum Night Market fuer ein typisches Abendessen.

Naja, typisch ist ja gut, aber eben nicht immer nach unserem Geschmack. Es gab Spiesse mit Esel- oder Lammfleisch, dazu Brot mit Lamm-Fett, sonst nichts. Alles natuerlich recht scharf gewuerzt. Das Fleisch war wirklich gut, doch die Leckerbissen auf jedem Spiess - pure Fettstuecke - waren dann des Guten zu viel. Um nach einigen fettigen Spiessen den Magen doch noch fuellen zu koennen, haben wir bei einem Shop ein Mitternachts-Yoghurt geschluerft, lecker, schleck.

Heute frueh gings dann zu den Mogao-Caves, eine echt chinesische Touristen-Attraktion. Entsprechend werden hier taeglich ca. 5'000 Touris durchgeschleust, an extremen Tagen sogar bis zu 30'000!!! Das hat natuerlich seinen Grund, denn die Mogoa-Caves sind eine der weltweit groessten Ansammlungen buddhistischer Kunst. Ueber 1,7 km an einer Felswand entlang erstrecken sich ca. 450 kunstvolle Grotten mit Wandmalereien, ueberdimensionierten Buddha-Statuen und vielen anderen Statuen und Reliquien, die mehrheitlich zwischen 366 und 750 n.Chr. entstanden sind. Nach dem Besuch von 10 Grotten waren wir nicht nur mit der Fuehrung fertig, wir waren auch so fix und fertig vor lauter Menschenmassen, interessanten Informationen und der aufkommenden Mittagshitze.

Heute Abend gehts weiter mit dem Nachtzug nach Turpan, oder von den Chinesen Tulufan genannt.