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Pingyao

Written on: Sunday September 2nd, 2007

A journal entry from: mongolia/china/nepal

1./2. September

Nach einigen interessanten Eindruecken in Beijing was ein "grosser Bahnhof" ist, wollten wir uns im Bahnhofsbuffet fuer die anstehende Bahnfahrt staerken. Die Kellnerin, sehr aufmerksam, streckte uns schon gar keine Menukarte vor die Nase sondern schaute uns kurz an, legte ein Grinsen auf und fragte: "Noodles"? "Beef"? Nach zweimaligem Kopfnicken standen auch schon gleich unsere Teller auf dem Tisch. Wir schluerften - wie das die Chinesen auch machen - die Teller leer. Die chinesischen Spuck-, Grunz- und sonstigen unappetitlichen Manieren stoeren uns nicht mehr, wobei wir sie auch nicht unbedingt angewoehnen wollen. Anschliessend staunten wir nicht schlecht, als wir in der Wartehalle des Gleis 7 sahen, wieviele Menschen in denselben Zug wie wir einsteigen wollen.

Heute morgen sind wir also per Nachtzug in Pingyao angekommen. Vorteil der Bahnfahrt war, dass wir lustige Bekanntschaften mit neugierigen Chinesen gemacht haben. Sie lehrten uns nach anfaenglicher Schuechternheit und stundenlanger visueller Inspizierung etwas Chinesisch und wenn sie muede waren sind sie z.T. liegend auf dem Gang eingeschlafen, so dass die Billetkontrolle darueber klettern musste. Ueberhaupt war es ziemlich eng in dem Zug aber dafuer kennen wir nun den Unterschied zwischen der Klasse "hard seat" und "hard sleeper". Der Nachteil der Bahnfahrt war, dass wir bloss einen "hard seat" hatten und aus Platzgruenden und wegen Herumgelatsche nur wenig schlafen konnten.

Unsere Kraefte reichten dennoch um durch die zwar etwas touristischen aber dennoch sehr reizenden und schmalen Gaesschen von Pingyao zu schlendern. Das kleine Dorf von etwa 40'000 Einwohner liegt in einer Provinz, die lange etwas isoliert war und in der Entwicklung kleinere Schritte als andere chinesische Provinzen machte. Dafuer ist die alte Ming Architektur gut erhalten geblieben und innerhalb der intakten Stadtmauern haben viele Bauten wunderschoene Hinterhoefe, so auch unser Hostel, in welchem sich sehr angenehm chillen laesst.

Morgen steht die naechste Bahnfahrt an. Per "hard sleeper" (yippieh) geht es nach Chongqing und dann heisst es Schiff ahoi und Leinen los fuer 3 Tage downriver cruising auf dem Yangtse vorbei an tiefen Schluchten und ueberdimensionierten Daemmen.