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Back to Beijing

Written on: Friday August 31st, 2007

A journal entry from: mongolia/china/nepal

27.-31. August 2007

 

Nach einer sehr gemuetlichen Nacht in der transmongolischen Eisenbahn erwachten wir erst kurz vor der chinesischen Grenze, als die Aus- und Einreiseformalitaeten begannen.

Uii, das war eine richtige Herausforderung! Einige Formulare waren zwar Zweisprachug erhaeltlich, aber eben in kyrillischer Schrift/ Mongolisch und auf Chinesisch. Wir wollten die Formulare natuerlich schweizerisch-gewissenhaft ausfuellen und nahmen andere Zettel hervor mit aehnlichen Angaben um auf der Basis von Aehnlichkeiten die Formulare doch ausfuellen zu koennen. Dies mussten wir dann leider aufgeben, no chance.

Zu unserer Ueberraschung war das aber kein Problem, die Zoellner haben nur gelacht, als wir ihnen die leeren Formulare mit einem verzweifelten Blick uebergaben. Glueck gehabt :)

Nach gut zwei Stunden, nachdem alle Passagiere kontrolliert waren, konnten wir auf der chinesischen Seite aussteigen und uns dort wiederum den Einreiseformalitaeten widmen. D.h. Schlange stehen, warten, Formular ausfuellen, Schlange stehen, warten, ...

Irgendwann schafften wir es hinaus auf den Bahnhofplatz und waren umzingelt von Leuten, die uns Tickets nach ueberall hin verkaufen wollten. So war es auch nicht schwer einen Sleeper Bus nach Beijing zu finden. Als wir die Tickets hatten und mit zahlreichen weiteren Travellern vor dem Bus standen, hiess es, dass er in 10 Minuten abfahren werde. Wir sind bereits aus der Mongolei gewohnt, das "10 Minuten" gleich bedeutend sind wie "ich weiss es auch noch nicht, hoffe aber bald". Insofern konnte uns nichts mehr aus der Ruhe bringen. Wir waren eher ueberrascht, als es nach knapp 1h schon losging. Aber nur bis um zwei Ecken, zu einem grossen Busbahnhof! Dort warteten wir nochmals 1.5h :-)

Nach einem Abendessen-Stopp irgendwo in der Pampas ging es schlafend weiter Richtung Beijing. Mitten in der Nacht (ca. 03.00h) haben wir gemerkt, dass der Bus anhielt, aber niemand ruehrte sich. Also dachten wir, dass es noch nicht Beijing sei und schliefen eine Runde weiter. Als wir um 06.00h wieder aufwachten, waren wir noch immer am selben Ort, eben doch Beijing, und stiegen wie die anderen Passagiere aus.

 

Leider war das Hostel, in dem wir bereits einmal waren, diesmal ausgebucht. So machten wir uns auf die Suche nach einem anderen. Und wurden fuendig: im 4. Stock Underground eines riesigen Gebaeudekomplexes. Nicht gerade gemuetlich, dafuer guenstig und sehr gut gelegen. Und: es hat gute und warme Duschen! Nach mehreren ausgiebigen Duschen mit festem abschrubben von Schmutz sind wir ab jetzt wieder sauber!

Die MitarbeiterInnen dort koennten in folgende Typen unterteilt werden:

  • einigermassen verstaendlich englisch sprechend: arbeiten im Information Center des Hostels, recht motiviert und hilfsbereit, nicht immer und in wechselnden Besetzungen anwesend, vermutlich 2-3 StudentInnen.
  • bruchstueckhaft englisch sprechend: an der Reception, Motivation und Freundlichkeit reicht gerade dazu einzukassieren, in unueberschaubaren Besetzungen 24h Stunden hinter dem Tresen stehend oder schlafend.
  • absolut kein englisch sprechend: 1 Person, ausschliessich im Underground anzutreffen, nur dafuer zustaendig, die Zimmer aufzuschliessen (Gaeste haben keinen Zimmerschluessel), 24hx365Tage pro Jahr erreichbar, immer irgendwo in den Gaengen herumstehend oder schlurfend - unabhaengig von der Tages- oder Nachtzeit.

 

In Beijing: Wir lernten die Botschafts-Quartiere von Beijing kennen, denn Patrick's Pass ist irgendwo zwischen Grenze und Beijing abhanden gekommen. Nun hat er wieder einen und wir koennen wie geplant weiterreisen. Es gibt zwei Botschafts-Quartiere: beide sehr gemuetlich, das eine mehr und das andere weniger stark abgesichert. Die Schweizer Botschaft ist im weniger stark abgesicherten Quartier, aber die einzige, vor der eine lange Schlange Menschen steht (fuer Visa-Gesuche). Die Amerikanische Botschaft ist natuerlich im stark abgesischerten Quartier. Egal wohin man geht, es hat lauter Abschrankungen, hohe Zaeune und Videokameras. Vor der amerikanischen Botschaft stehen auch 10mal mehr Polizisten und Security-Leute als anderswo im selbem Quartier.

Mit dem Velo haben wir uns auf den Weg zum Sommerpalast gemacht. Ganz schoen lustig, durch kleine Gaesschen und ueber riesige Kreuzungen zu fahren. Beijing ist die Velostadt. Es hat zwar lange nicht mehr soviele Velos wie frueher. Doch auf jeder noch so grossen Strasse hat es eine breite Velospur und die Autofahrer und Fussganeger sind sich Velofahrer gewohnt. Und die Chinesen fahren auf dem Velo immer schnurstracks geradeaus, wie auf Schienen, egal wie langsam sie auch fahren. In Zuerich leben Velofahrer um einiges gefaehrlicher als hier.

Zudem haben wir eine chinesische Akrobatik Show gesehen, mehr oder weniger alle wichtigen Sehenswuerdigkeiten der Stadt gesehen, auf der grossen Mauer gewandert und sind in kleinen Hutongs herumspaziert, haben dort Fleisch-Spiesschen vom Grill gegessen (die Skorpione, Kaefer, Larven und undefinierbaren Dinge haben wir ausgelassen). Einfach faszinierend. Topmodern, wie in jeder anderen Weltstadt und gleichzeitig ganz einfach und typisch chinesisch.

Nun sind wir bereit fuer die Weiterreise. Heute Abend gehts weiter mit dem Nachtzug nach Pingyao.

 

P.S. Fuer die schnellen und eifrigen Leser: es gibt mehr Fotos auf den Eintraegen zur Mongolei!

 

From Christoph on Aug 30th, 2007

Hoi Astrid, Patrick, Diese Sonne, diese Weite; bei uns regnet es und dazwischen etwas schwülen "Indian Sommer" (oder Herbst Nebel ...) ;-) Geniesst diese schöne Zeit, wir brauchen natürlich viel mehr Fotos und launische Texte über eure Abenteuer, um mitzuerleben. Liebe Grüsse, Christoph