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Climate Change

Written on: Sunday August 19th, 2007

A journal entry from: mongolia/china/nepal

19.-22. August 2007

Gegen Abend sind wir auf einer aeusserst holprigen Schotterpiste in ein langes Tal mit einem schlaengelnden Fluss gefahren. Zum Teil fuehrte die Strasse auch einfach mitten durch den Fluss, wobei unser Fahrer etwas verunsichert war, ob der Wasserstand auf Grund der Regenfaelle der letzten Tage nicht doch etwas zu hoch fuer sein Gefaehrt sein koennte. Nach einigen Konsultationen bei den Jurten entlang dem Weg meisterten wir aber alle kritischen Passagen feuchtfroehlich und erreichten gegen Abend unser naechstes Ziel. Waehrend dem Abendessen betrachteten wir nicht nur tausende funklende Sterne ueber uns sondern auch einige Blitze, welche die auftuermende Wolke am Horizont erhellten.

Nach einer frischen Nacht erkundeten wir am naechsten Tag den nahegelegenen Wasserfall welcher sich leider nicht zum Duschen eignete - dabei sind wir schon richtige Stinktiere geworden. Fuer ein Vollbad war das Wasser viel zu kalt und daher vergnuegten wir uns unter den ersten Sonnenstrahlen mit einer Katzenwaesche.

Auf der Weiterfahrt aus diesem gruenen Tal mit viel Wasser aenderte sich allmaehlich die Landschaft. Vorbei ist es nun mit gruenen Weiden und dunkelblauen Gewaessern - dafuer folgen nach einer Passfahrt mit letzten Baeumen nun trockene Steinwuesten und ab und zu liegen Skelette von Tieren neben der Strasse. Entweder hat die letzte Touristengruppe die Essensreste liegen gelassen oder wir sind nun definitiv in der Wueste Gobi angelangt. Auch die Anzahl Jurten unterwegs nimmt rapide ab, abgesehen von einem dichten Haufen entlang einer Goldmine.

Nach ein paar Stunden Fahrt erreichten wir einige alte Klosterruinen Ongiin Khiid mitten in einer kargen Landschaft von roetlichen Felsformationen. Das urspruenglich grosse Buddhistenkloster wird erst seit wenig Jahren wieder von ein paar Moenchen aufgebaut und belebt. Wobei die Moenche erstaunlich jung waren und zwischen den Gebetspausen auch mal auf Schlangenjagd gingen.

Unser Mittagshalt findet in bruetender Hitze in the middle of nowhere statt. Der Boden ist heiss und scheint gegen den Horizont hin zu qualmen, sodass der Huegelzug wie eine Fata Morgana in der Luft schwebt. Zu unserem Erstaunen tauchte ploetzlich ein motorisierter Wuestennomade auf und verkaufte uns zwei ausgetrocknete Honigmelonen.

Am Nachmittag erreichten wir unser naechstes Etappenziel. Ein Wald in der Wueste - naja...ein paar huefthohe Straeucher waere wohl passender - welcher immerhin abends genuegend Brennholz fuer ein kleines Feuer lieferte. Allerdings wollte es anfangs nicht so recht brennen, worauf unsere Fahrer (ein "Praktiker") kurzerhand mit einer Portion Benzin dem Feuer einheizte.

Vorher heizten wir selber aber den Kamelen ein, welche uns in einer Karawane zu den nahegelegenen Red Cliffs trugen.

Vom Winde verweht: Mitten in der Nacht begann es immer staerker zu blasen, sodass wir das Ueberzelt abbauen mussten. So schliefen wir weiter im luftigen und immer staubigeren Innenzelt. Frisch durchlueftet machten wir uns nach dem Fruehstueck weiter auf den Weg.

Schon bald wurde der Sturm durch heftige Regenschauer abgeloest. Glaubt man unseren Reisefuehrern, so war dieser Regentag ein sehr seltenes Ereignis in der Wueste Gobi. Innert kuerzerster Zeit wurden aus den ausgetrockneten Bachbetten/Strassen kleine Baeche bis hin zu reissenden Fluessen. Ganz nach dem Motto "Ich bin auch ein Schiff" erreichten wir mit unserem Paddelboot, aeh Auto...eine trockene Jurte, in welcher wir die naechste Nacht verbringen konnten.

Zum Glueck fegte der Wind nachts die Regenwolken weg und am naechsten Morgen praesentierte sich zu unseren Fuessen die 120km lange und 400m hohe Sandduene im Sonnenschein. Nicht ganz freiwillig erhielten wir bei deren Besteigung ein Ganzkoerper-Peeling und mit noch immer versandeten Ohren machten wir uns mittags auf den Weg nach Yolin Ann zur Geierschlucht. Ueber Nacht wurde die karge Wueste zu einer sanftgruenen Landschaft.