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Eintauchen in eine unberuehrte Welt

Written on: Thursday August 16th, 2007

A journal entry from: mongolia/china/nepal

16.-19. August 2007

Kurzfristig wurde unsere Tour-Gruppe vergroessert. So starteten wir zu sechst (4 Touris, 1 Guide, 1 Fahrer) in einem voll bepackten Minibus auf unsere Abenteuerreise.

Am ersten Tag standen keine grossen Sehenswuerdigkeiten auf dem Programm, nur fahren, fahren, fahren, durch eine immer gruene, weite und leicht huegelige Landschaft. An diesem ersten Tag habe ich (Astrid) schon so viele Pferde gesehen, wie insgesamt in meinem ganzen Leben noch nicht. Ueberall waren Pferde-, Schaf-, Ziegen- und Kuherden zu sehen und da und dort einzelne Jurten.

Es wurde bereits dunkel, bis wir unsere Schlafstelle erreichten und unsere Zelte zum ersten Mal aufbauen konnten. Waehrend dem Abendessen begann es zu regnen. Und es regnete bis zum Morgen weiterhin in Stroemen.

"Alles Glueck der Erde liegt auf dem Ruecken der Pferde" sagten wir uns am zweiten Tag - aber bitte lieber wenn es trocken ist. Daher warteten wir in der Huette der Nomadenfamilie bis es gegen Mittag trockener wurde. Dies war die Gelegenheit fuer erste Kostproben von Schaf-, Ziegen- und Stutenmilch-Produkten. Vorlaufig hat es uns nicht gerade umgehauen vom Geschmack dieser Sachen und wir liessen die Finger davon und waren froh, als wir auf dem Ruecken der Pferde sassen.

Die mongolischen Pferde sind zwar recht klein, aber sehr schnell. Nach kurzer Zeit waren wir kaum mehr im Schritt unterwegs, sondern galoppierten ueber Huegel und Ebenen. Die Saettel waren leider nicht wirklich bequem, sie scheuerten diverse empfindliche Stellen auf ... Unser Reisegenosse Semi wollte ja nicht auf uns hoeren und blieb moeglichst viel im Sattel sitzen (bei einer Gesamtdauer 5h), statt aufzustehen. Die Folgen waren am Abend sogar auf dem Sattel sichtbar, autsch.

Am Morgen danach stoehnten unsere Hinterteile und Beine auch ganz schoen beim ersten Kontakt mit dem Sattel. Doch nach einiger Zeit spuerten wir eh nicht mehr viel und nahmen die naechsten ca. 5h Ritt bei strahlendem Sonnenschein in Angriff. An diesem Tag wurde es immer flacher und flacher, bis wir eine riesengrosse Ebene durchquerten bis hin zu Karakorum.

Unterwegs wollte Patrick nicht mehr an unser Motto ("Alles Glueck der Erde, ...") glauben und landete nach einem spontanen Zickzack-Kurs seines Pferdes auf dem Boden. Dies verstand sein Pferd so, dass er nicht mehr weiter will und machte bald darauf eigenstaendig in gestrecktem Galopp rechtsumkehrt. Erst unser Pferdefluesterer schaffte es nach einigen Kilometern die zwei zurueck zu holen.

Am folgenden Morgen besichtigten wir das Kloster von Karakorum. Es sei das groesste Kloster der Mongolei und zu der Zeit entstanden als Genghis Khaan den Hauptort der Mongolei von Ulan Bataar nach Karakorum verlegt hat. Leider wurde der Hauptort bald wieder zurueck verlegt, so verarmte der Ort wieder und als die Russen kamen wurden die Mehrheit der Schaetze und Sehenswuerdigkeiten gepluendert und zerstoert. Das was heute noch erhalten ist, hat uns aber dennoch sehr beeindruckt (siehe Fotos).

Gegen Mittag begann es wieder leicht zu regnen. Unser Guide hatte daher wenig Lust im freien zu kochen und bat um Unterschlupf bei einer Nomadenfamilie. Diese stellte uns sehr gerne ihre Jurte fuer unsere Mittagspause zur Verfuegung. Die Nomaden sind wirklich so gastfreundlich, wie uns immer gesagt wurde: wahrenddem unser Guide fuer uns kochte, hat der Junior-Chef des Hauses mit uns Trinkspiele gemacht - wer verliert muss eine "Strafschale" Stutenmilch-Schnaps trinken (klares Wasser, fast ohne Geschack, angeblich ca. 30Vol.%, wovon wir aber nichts merkten). Die Frauen und Maedchen der Familie freuten sich riesig, wenn wir gewonnen haben :), doch die Strafschale landete trotzdem immer bei uns. Der Herr des Hauses (Senior) hat uns reichlich frische Stutenmilch angeboten - eine etwas gewoehnungsbeduerftige, vergoren saure, salzige Fluessigkeit. Ebenso Milchtee (Stutenmilch gekocht), Kekse (aus getrocknetem Quark der Stuten- oder Ziegenmilch, ebenfalls seeehr sauer und salzig) erfreuten oder belasteten unsere Magen. Als Dankeschoen schenkten wir dem Hausherr eine Flasche Vodka und den Frauen und Kindern Aepfel und Bonbons.